Review
von johnny-cage
Ja es gibt noch Videotheken und das schöne daran ist, dass man manchmal gezwungen wird einen Film auszuleihen weil sonst nichts neues mehr da ist. Ich hatte den Trailer von Capone schon vor einigen Monaten gesehen und als interessant befunden. Nachdem ich aber überall nur schlechte Bewertungen gesehen hatte, aber wieder aus meiner Watchlist entfernt. Jetzt stand ich vor dem Neuheitenregal in der Videothek meines Vertrauens und musste mich wegen Click&Collect schneller entscheiden als sonst...
Inhalt: Al Capone wird nach seiner langjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehungen (!) aus dem Gefängnis entlassen. Von Neurolues und ersten Anzeichen einer Demenz gezeichnet lässt er sich mit seiner Frau in Palm Springs, Florida nieder, wo sich sein Zustand langsam verschlechtert. Dabei wird er ständig vom FBI überwacht, die sich nicht sicher sind, ob er vielleicht nur den Kranken spielt.
Capone muss nach und nach seine Besitztümer verkaufen, obwohl er vor seiner Inhaftierung irgendwo 10 Millionen Dollar versteckt hat. Allerdings kann er sich auf Grund seiner fortgeschrittenen Erkrankung nicht mehr erinnern wo.
Zunächst kann ich mir die ganzen schlechten Bewertungen einfach nicht erklären. Vielleicht haben viele dieser Personen einen anderen Film erwartet. Es geht hier allerdings nicht um einen schon fast mystischen Gangsterboss der seine Gegner reihenweise mit einer Thompson durchlöchert sondern um dessen Verfall.
Dabei rutscht der Film immer mal wieder ins Arthouse ab und macht es seinen Zuschauern auch nicht leicht, wenn es darum geht zu beurteilen, ob „Fonse“ gerade halluziniert oder nicht.
Viele Szenen werden im Nachhinein als Träume oder Hirngespinste entlarvt und einige Personen sind einfach nur Geister aus der Vergangenheit.
Ein wenig Hintergrundwissen über die Historie von Al Capone ist allerdings von Vorteil, da in dem Film nicht sonderlich darauf eingegangen wird.
Die Schauspieler machen Ihre Sache durch die Bank weg super. An erster Stelle steht natürlich Tom Hardy unter ordentlich Make-up. Auch die Nebenrollen sind mit Matt Dillon, Linda Cardellini und Kyle MacLachlan ordentlich besetzt.
Bis auf zwei Traumsequenzen setzt der Streifen auf ruhige Bilder und auch die Filmmusik weiß zu überzeugen.
Fazit: Sicherlich kein Produkt für die Massen und wahrscheinlich einfach missverstanden. Letztendlich muss aber jeder selbst entscheiden, ob ihm ein Film gefällt.
Ich gebe auf jeden Fall einen Daumen nach oben für „Capone“ und bereue die 3,50Euro Leihgebühr nicht.