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Die Ausgangsidee von Steven Konstanski war das Bild eines Monsters am Schlagzeug. Was im ersten Moment gar nicht so witzig klingt, zumal man dabei an Animal von den Muppets denken mag, entpuppt sich im entsprechenden Kontext als feiner Schachzug für entsprechende Situationskomik. Leider kann das Niveau der Erzählung nicht mit dem der vielen, handgemachten Masken mithalten.

Beim Spielen entdecken die ungleichen Geschwister Mimi (Nita-Josee Hanna) und Luke (Owen Myre) einen leuchtenden Juwel, kurz darauf entsteigt der Grube ein Monster vom fernen Planeten Gigax und tötet drei Ganoven in einer Lagerhalle. Als die Kinder es entdecken will es sie ebenfalls beseitigen, doch mit dem Juwel in ihrem Besitz kann Mimi dem Monster fortan Befehle erteilen und nennt es Psycho Goreman, kurz PG. Doch PG hat auf Gigax nicht nur Freunde…

Der Einstieg mit zwei Enthauptungen ist durchaus wesentlich, um die eigentliche Boshaftigkeit des Titelgebenden herauszustellen, wenn er später, ganz im Kontrast hierzu, wie ein Farmer verkleidet im Wald Spiele mitmacht oder eben in einer Band den Einsatz verpasst.
Auch ein paar garstige Sprüche tragen dazu bei, die finstere Gesinnung nicht aus den Augen zu verlieren, um PG nicht der Lächerlichkeit preiszugeben oder ihn zu sehr zu verharmlosen.

Vorstellen darf man sich den Unhold wie eine Art menschliches Reptil mit einigen Schuppen an den Unterarmen, dem rötlich leuchtendes Blut durch den stählern wirkenden Körper strömt und der mit tief grollender Stimme seinen Aussagen Nachdruck verleit. Deutlich witziger sind jedoch einige andere Erscheinungen in ferner Galaxie ausgefallen und nicht zuletzt mischt ab einem bestimmten Zeitpunkt ein sehr klobiges Gehirnmonster mit ungelenken Tentakeln mit, während PG mit Pandora eine Widersacherin erhält.

Widersacher sind mehr oder minder auch die Geschwister. Mimi ist die herrische und latent zickige Göre mit einem nicht unerheblichen Nervfaktor, was den Spaß in regelmäßigen Abständen deutlich mindert, während Luke als eigentlich größerer Bruder den devoten Lutscher gibt. Ähnlich sind die Eltern der beiden gezeichnet.

Folglich reizt Mimi die Befehlsgewalt über PG aus und nicht selten wünscht man ihm den Juwel zurück. Dennoch kommt es zu einigen amüsanten Szenen, obgleich allenfalls die Hälfte der anberaumten Gags sitzt. Auf der anderen Seite erheitern die Monster mit sehr markanten Erscheinungen und recht ausgefeilten Design, - da hatten die Maskenbildner sichtlich Spaß, jedoch auch viel Arbeit. Die CGI sind sehr sparsam eingesetzt und fallen nie negativ aus, während hier praktische Effekte dominieren und auch ein wenig Body Horror zum Einsatz kommt, - da werden nicht von ungefähr Erinnerungen an Monsterfilme der Achtziger wach, wenn einem Opfer das Gesicht schmilzt und es danach wie ein Zombie dem Geschehen beiwohnt.

Unterm Strich hätten ein paar Gewalteinlagen mehr nicht geschadet, denn so ganz wird der Goreman seinem Namen nicht gerecht. Zuweilen kommt die Story ein wenig holprig daher, sie wirkt trotz ihrer eigentlichen Schlichtheit zuweilen überambitioniert, da viele kleine Anekdoten angerissen, aber oft nicht konsequent fortgeführt werden. Dennoch ein netter Zeitvertreib für Trashfans des eher älteren Semesters oder jene, die handgemachte Einlagen der alten Schule zu schätzen wissen.
6,5 von 10

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