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Hugh Hefner gehört wohl zu den beneidenswertesten Menschen der Welt, jedenfalls suggeriert dies sein extravaganter Lebensstil der wohl jedem bekannt sein dürfte. Sein Alltag wird zwar nicht richtig detailliert dargestellt, Die Doku setzt eher voraus das der Zuschauer schon einiges über Hefner weiß.

Das Regisseur Kevin Burns Garant ist für professionelle und unterhaltsame Dokumentationen bewieß er mit zahlreichen vorigen Werken, auch über Hefner drehte er bereits einen Film mit „Hugh Hefner: Amercan Playboy“.

Am interessantesten fand ich persönlich die eingestreuten Sequenzen mit altem Archivmaterial, welches den jungen Hefner zeigt, aber auch zahlreiche andere Stars wie zum Beispiel den jungen Woody Allen. Etwas mehr über den großen Einfluss des Playboys auf die moderne Pop-Kultur hätten mir sehr gefallen, kritische Stimmen gibt es quasi überhaupt nicht.

Szenen von Partys gibt es nur wenig zu sehen und praktisch keine nackten Tatsachen. Zwar sind sämtliche Bunnys sexy gekleidet und durchweg attraktiv, das präsentieren ihrer Körper steht jedoch nicht im Vordergrund. Trotzdem schweb über allem eine traumartige Atmosphäre, welche stark unterstützt wird durch die Fröhlichkeit und Lockerheit aller Beteiligten und natürlich von dem stimmigen Easy Listening-Score.

Das gigantische Staraufgebot vor der Kamera ist sehr breit gefächert, aktuelle Megastars wie Ben Stiller, Edward Norton und Kevin Spacey, fast vergessene Ex-Stars wie Drew Carey und Pauly Shore, alle treten kurz auf oder geben manchmal Interviews. Doch die Liste ist dermaßen lang, es würde zu viel Platz nehmen jeden der Stars aufzulisten. Keiner der Stars steht im Vordergrund, außer Hefner selbst kommen hauptsächlich Freundinnen und Ex-Freundinnen zu Wort.

Im Prinzip sollte man sich für die Playboy-Geschichte interessieren, sonst wird „Inside The Playboy Mansion“ sehr schnell langweilig da wenig Abwechslung herrscht. Der Film dient primär dazu Hefner zu einer noch größeren Kult-Figur zu stilisieren als er ohnehin schon ist.

Die Dokumentation „Hugh Hefner: Once Upon A Time“ (welche übrigens von David Lynch mitproduziert wurde) ist zwar wesentlich besser und informativer geraten als “Inside The Playboy Mansion”, Fans wird das sicher nichts ausmachen. Insgesamt ist Burns’ Film immerhin sehr anschaubar geworden.

Ein wichtiger Punkt unterscheidet die beiden Filme: „Once Upon A Time“ wurde während Hefners zweiter Ehe gedreht, zu einer Zeit in der er monogam lebte. Im Jahre 2000 war er bereits zwei Jahre geschieden und gestaltete von nun an sein Leben dekadenter als je zuvor. Und dieser Film ist ein Portrait dieses Lebens und hat übrigens auch Nebenwirkungen: Kann stark neidisch machen…

Fazit: Der Informationsgehalt könnte ruhig etwas größer sein, dank diverser Schauwerte und zahllosen prominenten Gesichtern kann man sich den Film ruhig mal ansehen.

06 / 10

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