Review

Der falsch geschriebene Begriff für einen Traumfänger sticht natürlich sogleich ins Auge, doch vor der eigentlichen Handlung erklärt ein Text, dass es sich beim „Dreamkatcher“ um ein Pendant des Bösen handelt, dessen Herkunft ungewiss ist. Also eigentlich so unnütz wie Querlock Holmes, der alle Indizien am Tatort zerstört und potenziellen Gesetzesbrechern freien Lauf lässt.

Nach dem Tod seiner Mutter ist der zehnjährige Josh (Finlay Wojtak-Hissong) nicht gut auf Gail (Radha Mitchell), Kinderpsychologin und Freundin seines Vaters (Henry Thomas) zu sprechen. Schon gar nicht, als sie eine Weile aufs abgeschiedene Land ziehen und sich die Alpträume von Josh häufen. Nach einem Spaziergang treffen sie auf Ruth (Lin Shaye), eine Esoterikerin, die unter anderem Traumfänger verkauft. Als Josh heimlich einen Traumfänger aus der Scheune mitgehen lässt, nehmen seine Alpträume noch schlimmere Ausmaße an…

Das Spielfilmdebüt von Regisseur und Co-Autor Kerry Harris gibt sich lange Zeit als Familiendrama mit Konzentration auf Gail und Josh. Bereits die Exposition deutet an, dass Joshs Mutter offenbar nicht auf natürliche Weise verstarb, was sich nachfolgend in einigen Alpträumen widerspiegelt. Jene sind teilweise angenehm verschachtelt, so dass ein Aufwachen nicht zwangsläufig das Ende des Traumes bedeuten muss.

Die ambivalente Beziehung zwischen Josh und Gail reicht allerdings kaum aus, um Genrefreunde bei Laune zu halten, zumal es bis auf eine übersinnliche Alptraumgestalt kaum Momente zum Erschrecken oder gar Mitfiebern gibt. Erst als sich eine Art Besessenheit einschleicht, nimmt das Geschehen etwas mehr in Beschlag. Während des Finales bricht sich das Werk allerdings selbst das Genick, indem relevante Momente schlicht ausgeklammert werden, als hätte der Schnitt völlig unbeholfen angesetzt. Folgerichtig bleiben einige Fragen offen, was einen unbefriedigenden Schlussakzent setzt.

Einige gelungene Landschaftsaufnahmen, eine passable Kamera und die weitgehend atmosphärische Sounduntermalung retten am Ende nicht mehr viel, zumal sich darstellerisch nur Lin Shaye einmal mehr beweisen kann, während Radha Mitchell nur Mittelmaß liefert und die beiden anderen eher unterdurchschnittlich performen, einschließlich des Jungmimen.

Letztlich ereignen sich nicht allzu viele, düstere Begebenheiten, da sich die Handlung zu lange auf zwei Figuren fokussiert und dabei nur allzu selten in die Tiefe geht. Anderweitig reichen schlichte, makabere Kinderzeichnungen beileibe nicht aus, um in irgendeiner Form zu beeindrucken, während ansonsten fast gar kein Blut vergossen wird. Das überaus holprige Ende gibt dem Ganzen den Rest.
Knapp
4 von 10

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