Dieser noch halbwegs aktuelle russische Film aus dem Jahre 2019 handelt die Themen Eifersucht und sexuelle Selbstermächtigung ab, verfällt jedoch mit fortlaufender Handlung immer mehr ins konservative bis letzthin reaktionäre Fahrwasser. Da beklagt eine promovierte und noch junge Medizinerin, verheiratet mit einem Schauspieler, die zunehmend ausbleibende Leidenschaft und Lust auf ehelichen Sex. Überdies getriggert vom Verdacht, ihr ostentativ müder und unwilliger Ehegespons unterhalte eine Liaison zu einer Schauspielkollegin, begibt sie sich auf die schlüpfrigen und auch rufgefährdenden Pfade nach schnellen und möglichst anonymen sexuellen Kontakten. Dass solches Fluchtverhalten zu Verwerfungen in Privat- und Berufsleben führen kann, darf keinen Zuschauer verwundern, ebensowenig das gegen Filmende aufscheinende Ungewisse, wie es mit den Protagonisten denn nun weitergehe. Was hingegen durchgehend nervt und auch verstört, ist das immer stärker sich ausbildende misogyne Frauenbild, das dieser Film analog zur Verfestigung der putinschen Diktatur zeichnet.
Man hätte es besser wissen müssen, aber die Enttäuschung sitzt tief: nur 3/10, die aber für Inszenierung, Schauspielkunst und Handwerk.