Viermal schickte Amando de Ossorio die reitenden Leichen zwischen 1971 und 1975 ins Rennen und gewann damit nachhaltig viele Horrorfilmfreunde. Mit einem überaus markanten Score, stimmungsvollen Schauplätzen und zahlreichen Zeitlupen der Titelgebenden schuf er eine Atmosphäre, welche die Streifen auszeichnete. Der italienische Filmemacher Raffaele Picchio versucht zumindest, einige dieser Stärken für seine Fortsetzung aufzugreifen.
In einer nicht allzu fernen Zukunft steht die Menschheit am Abgrund. Die wenigen Überlebenden kämpfen sich durch, so auch Michael und seine schwangere Tochter Lilly. Als sie im Domizil von Abel und seinem Gefolge stranden, ahnen sie noch nicht, dass zur Sonnenfinsternis ein teuflisches Ritual für die dämonischen Tempelritter vorbereitet wird…
Die einigermaßen gelungene Exposition greift die Hintergrundgeschichte der ketzerischen Tempelritter auf, die soeben ein Neugeborenes opfern wollen, jedoch vom Mob gestellt, geblendet und verbrannt werden. Was ein paar Jahrhunderte später nicht ohne Folgen bleiben soll. Nach einigen Zeitsprüngen noch während der Credits befindet man sich bereits inmitten der Apokalypse im Wald. Was hierzu führte, wird ebenso wenig hinterfragt wie die Schwangerschaft Lillys.
In den Tempelruinen dauert es schließlich ein wenig, bis die Titelgebenden aufkreuzen, zunächst ohne Pferde. Mit den simplen, jedoch wirkungsvollen Maskeraden von einst vermag der Neuaufguss jedoch nicht mitzuhalten. Den Totenschädeln ist der Einsatz von Latex zu deutlich anzusehen, zumal die Kamera einige Male unvorteilhaft nah dran ist. Zudem geben die Untoten einige Geräusche von sich, was den Schrecken nicht unbedingt verstärkt.
Auch erschließt sich nicht, warum die Templer nicht ganz blind sind, da die Egoperspektive graue Konturen offenbart. Die langsamen Bewegungen und das zum Teil wuchtige Vorgehen sind hingegen auf der Habenseite zu verbuchen.
Denn bis auf eine geschnittene Szene werden relativ viele Innereien verloren, es gibt zwei Kehlenschnitte, ein aufgerissenes Gesicht, diverse Bisse und die augenscheinlich schmerzhafte Amputation eines Daumens mit angrenzendem Muskelgewebe ist auch nicht ohne. Da treten Effekte wie Kopfschüsse eher in den Hintergrund, wobei die Qualität der fast durchweg handgemachten Einlagen solide ist.
Zweimal greift Picchio kurz auf die Originalklänge zurück, was unweigerlich Erinnerungen weckt, während der Rest des Scores eher untergeht. Gleiches gilt für die passabel aufspielenden Mimen, von denen niemand übermäßig hervorsticht.
Storytechnisch waren die reitenden Leichen noch nie sonderlich ausgefuchst und auch hier fehlen der oberflächlichen Geschichte Ecken und Kanten, was sich bei dem eher enttäuschenden Showdown widerspiegelt. Mit geringer Erwartungshaltung kann man der Neuauflage etwas abgewinnen, ein Faible für die Originale ist allerdings Voraussetzung.
Knapp
5 von 10