Ein kurzer Kulturschock. Einen alten Disney Real-Tier- und Abenteuerfilm gewählt, fühlte ich mich plötzlich in das Russ Meyer Universum versetzt. Logischerweise keine Brüste, kein Kleinstadt-Drama, kein Mord und Totschlag, aber die Art der Erzählweise und die Ästhetik vom Meister des kunstvollen Schunds. Der Sprecher aus dem Off, die Kamera, der Einsatz der Musik, die Schnitttechnik, das Tempo. Durch den Einsatz dieser Technik entsteht aus vermeintlich dröger Tierfilmerei überhaupt erst ein Handlungsgerüst. Jenes ist minimal, aber ausreichend, um einen unterhaltsamen Spielfilm zu füllen. Wunderbare Landschaften, ein sympathischer Titelheld und unzählige interessante Aufnahmen. Ja, ständig fragt man sich, wie die Kreativen die ungewöhnlichen Szenen wohl realisiert haben. Hier ist sicher auch die Kehrseite der Medaille, da wird wohl nicht alles zum Wohl der Tiere abgelaufen sein. Wie auch immer, dem Zuschauer wird die Angst vor einem bedrohlichen Tier sicher nicht genommen, aber jenes Lebewesen ganzheitlich nähergebracht, ein mögliches Feindbild aufgeweicht. Das alles in unterhaltsamen und familiengerechten 75 Minuten.