Das Ehepaar Paul und Wendy Michaelson unternimmt mit seiner kleinen Tochter Taylor und Hündchen Lucky über das Thanksgiving-Wochenende einen Trip mit dem RV zu einem ruhigen Camping-Platz in Alabama. Schon kurz nach ihrer Ankunft verschwindet Taylor spurlos. Der örtliche Sheriff Baker organisiert prompt eine großangelegete Suchaktion nach dem Mädchen... und setzt die Michaelsons auch darüber in Kenntnis, dass sich ein entflohener Sträfling vermutlich in der Gegend herumtreibt. Als Paul und Wendy noch in derselben Nacht auf eigene Faust nach ihrer Tochter suchen, treffen sie mitten im Wald auf einen Mann, den sie für den besagten Flüchtigen halten und töten ihn im Affekt... müssen am nächsten Morgen jedoch erfahren, dass der besagte Sträfling gefasst wurde und es sich bei dem Toten nur um einen unbeteiligten Survival-Camper gehandelt hat. Da von Taylor immer noch jedes Lebenszeichen fehlt, richtet Wendy nun ihr Augenmerk auf das Ehepaar im Wohnwagen neben ihnen, das Taylor eventuell entführt haben könnte, weil es selbst keine Kinder kriegen kann... aber auch der spleenige Betreiber des Camping-Platzes macht sich schnell schwer verdächtig... Schauspieler und "Twilight"-Vampir Peter Facinelli versucht sich nach seinem 2018er-RomCom-Debüt "Love Break - Ein Dieb zum Verlieben" mit dem vorliegenden Streifen wiederum als Regisseur, beackert dieses Mal jedoch mit einem unentschlossenen Mix aus düsterem Drama und Thriller-Versatzstücken schon eher Genre-Terrain. Was da anfänglich wie ein Entführungs-Krimi à la "Kopfgeld" oder "Spurlos verschwunden" wirkt, nimmt da schnell eine eine Abzweigung in eine wesentlich unangenehmere Richtung, wenn da wie zuvor schon in Denis Villeneuves "Prisoners" auf eine teils verstörende Art geschildert geschildert wird, wozu Eltern in einer Ausnahmesituation fähig sind. Anders jedoch als bei dem besagten Psycho-Thriller-Hit hakt es bei "Vanished - Tage der Angst" an den Details der Geschichte, die sich da ziemlich unglaubwürdig vor einem abspult und nur von den Leistungen der beiden Hauptdarsteller Thomas Jane und Anne Heche knapp über Wasser gehalten wird... und das schon, bevor ein diskutabler Twist - wie er heutzutage schon zum Standard-Repertoire des Genres zählt und darum nicht so überraschend wirkt, wie es wohl angedacht war - die Angelegenheit zum Schluss nochmal gänzlich auf den Kopf stellt. Erschwerend hinzu kommt noch, dass das Ganze von Facinelli in eine gediegene und fast schon Fernseh-taugliche Inszenierung gepackt wurde, die da bisweilen läppisches TV-Film-Flair verbreitet und mal wirklich nicht nach der großen Leinwand schreit. Schade, irgendwie, denn gänzlich unspannend ist die Angelegenheit ja tatsächlich nicht geraten und Ausgangs-Situation sowie Figuren schaffen es durchaus, schnell ein gewisses Zuschauer-Interesse zu wecken und auch über die gesamte Distanz aufrechtzuerhalten. Nun ja... sowas bezeichnet man allgemein wohl mit dem Wort "zwiespältig". Ergo: Hätte besser werden können, aber sicherlich auch viel schlechter...!
6/10