Durch das Aufwärmen von mehr oder weniger langlebigen DtV - Reihen wie der Sniper-Saga oder der von Jarhead, durch die Umtriebigkeit einiger auch in ebensolchen Produkten 'gefangenen' B- oder auch C-Darstellern wie Michel Jai White, Luke Goss, Johnny Messner, Johnny Strong und Co., durch das natürlich emsige Bemühen der derzeitig größten Hoffnung Scott Adkins sowie mancherlei EFO-Produkten mit dem Willis und seinem Cameocheck ist das Actiongenre im k(l)einpreisigen Bereich zuletzt zumindest gefühlt quantitativ stärker geworden, wird sich nicht ganz allein auf weiter Flur voranbewegt und zumindest Nachschub erzeugt. Wie es letztlich um die Qualität aussieht, ist dann immer noch eine andere Frage, aber Angebote sind wenigstens vorhanden und wird auch der Kontakt zum Zuschauer und der übergebliebenen Klientel gesucht. Money Plane selber nutzt auch diese alte Formel, das Antäuschen von Hoffnung und das Erwecken bitterer Realität, die hier ein weiteres Beispiel, mit zwei oder drei namhafteren Leuten in der Besetzung gar und so dem entsprechenden Publikumsreiz erhält:
Nach einem gescheiterten Raubzug in einem Museum bekommt der wegen Spielschulden hoch verschuldete Jack Reese [ Adam Copeland ] vom Gangsterboss 'The Rumble' [ Kelsey Grammer ] prompt den nächsten Auftrag, soll er doch mit seiner Crew bestehend aus Isabella Voltaic [ noch die Beste: Katrina Norman ], Trey Peterson [ Patrick Lamont Jr. ] und Iggy [ Andrew Lawrence ] doch in das berühmt-berüchtigte Money Plane, ein fliegendes Gaunercasino einsteigen und dort Beute machen. Jack, der sich Sorgen um seine Familie, die Tochter und die Ehefrau Sarah [ Denise Richards ] macht, vergewissert sich durch seinen Freund Harry [ Thomas Jane ] einer gewissen Rückendeckung und geht dann das Wagnis ein.
Dass anders als in der Geschichte selber keine 40 Mio. USD vorhanden, sondern nur ein Bruchteil dessen auch Bestandteil des Finanzrahmens der Produktion und somit allerlei und jederzeit und vollumfänglich Einschränkungen hinsichtlich Aufwand und Umsetzung gegeben sind, sieht man schon an und in der Eingangsszene, die einen Kunstraub in einem Museum darstellen soll und eher die Luftnummer in einer Hinterhofbaracke im Nirgendwo und Nichts ist. Die Räume des 'Museums' klein und karg, die Wände der einzelnen 'Studios' mit abgeplatzten Steinmauern gehalten und als einzige anwesende 'Kundschaft' ein überschaubarer Haufen Wachleute, die im Off auch noch ausgeschaltet werden und die einzige Actionszene in diesem Coup ein rückwärts geschubster Guard und die 'Flucht' mit einem weißen Minivan über die Laderampe des Hinterhofes zu bewundern sind. Die Zeiten sind hart. Die Geldbeutel leer.
Nach der ersten Misere folgt der eigentliche Auftrag, dargereicht auf dem Silbertablett als Auswahl zwischen dem Lösen der Aufgabe oder der Kugel im Gesicht. Ein Heist-Film mit einer guten und vielen schlechten Ideen, gespielt von einem Team aus vielen No-Names und mancherlei früher prominenten, hier sich aber den Umständen anpassenden Gesichtern, wobei Grammer noch nie die große Nummer, sondern das Fernsehgesicht immer war, Jane seine Zeiten längst vorbei sind und Richards Karriere schon vor der von Charlie Sheen Ewigkeiten den Bach herunterging. Hauptdarsteller Copeland scheint immerhin sympathisch zu sein und hat eine gewisse Kumpelattitüde, sieht aber gerade in der Physiognomie alles andere als ein Actionheld aus und kompensiert dies auch nicht mit dem niedlichen Zöpfchen und den rollenden Augen im seltsam schmal wirkenden Gesicht. Die anderen Leute um ihn herum (mit Ausnahme von Katrina Norman, die wie eine junge blutrünstige und aufgeheizte Julia-Louis Dreyfus im überaus kurzen und knappen knallroten Stewardessenoutfit wirkt) oder auch die anderen Gegenüber sind allerdings nicht besser; Laien-, Schmieren- und Provinztheater par excellence, das seine Unzulänglichkeiten mit freiwilligen oder auch unfreiwilligen Humor kaschiert und den Eingang zum 'Flugzeug' oder auch das Innenleben der 'Maschine', des Luxusbombers, mit vielen schweren blauen Vorhängen tarnt und so die Bühnenveranstaltung sichtlich auf dem Kulissenboden imaginiert.
So richtig abheben tut der Film, das Drehbuch- und Regiedebüt des bis dato (unauffällig) als Schauspieler tätigen Andrew Lawrence sowieso nicht, ist man quasi von vornherein flügellahm und wird die erste Aufmerksamkeit bis zur Filmhälfte nur durch ein unverschämt knappes und kurzes Stewardessenoutfit und dann auch noch in knallrot gehalten bei der sowieso bestens aufspielenden Katrina Norman erregt. Die Spielszenen im Casino über den Wolken dümpeln trotz einiger obskurer Ideen (u.a. ein Wettszenario à la Gladiatorenspiele Mann gegen Kobra) spannungslos vor sich hin, ein abrupt endendes Russisches Roulette versucht sich als schwarze Komödie und die Übernahme des Cockpits hat zwei lausig inszenierte Fights zu präsentieren. Einige Brutalitäten wie abgerissene Ohrmuscheln oder weitere diverse 'lustige' Kopfschüsse sollen als Ersatz für richtige Actionszenen herhalten, die zwar am Ende gestaffelt daherkommen – einer der technischen Überwacher wird irgendwo in der Wüste von einem Killerkommando angegriffen, der andere im trauten Heim, während die Money Plane Gangster auch noch eine weitere Revanche losschicken – sind diese 'Schusswechsel' allerdings nicht nur höchst statisch choreografiert, sondern auch mit deutlich einkopierten Mündungsfeuer und ebensolcher Trefferwirkung; ein Schmierentheater, bei der keinerlei Erfahrung mit dem Metier und keine Hoffnung auf Besserung ersichtlich ist.