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Ein metallener Werwolf? „Metal Beast“ hat an sich das Zeug das Herz der B-Fans und Trashologen höher schlagen zu lassen, doch es bleibt bei der Chance.
Dabei geht es zu Anfang durchaus ordentlich rund, zwei amerikanische Agenten machen sich 1974 in Osteuropa auf Werwolfsuche, einen erwischt es, der andere kehrt mit Werwolf-DNA zurück. Daheim kriegen Miller (Barry Bostwick), der Leiter der Operation, und der zuständige Doc Muffensausen, als der Agent immer mehr von dem Projekt fasziniert ist, doch zu spät: Der Kerl injiziert sich die Probe, sorgt kurz für Unbill und wird dann erledigt, womit der durchmischte Opener endet, dessen Osteuropa-Beginn echt Laune macht, danach fällt die Exposition aber merklich ab.
Zwanzig Jahre später experimentiert Dr. Anne De Carlo (Kim Delaney) mit ihrem Team an einer Metallhaut herum, doch leider lässt man ihnen nicht viel Spielraum. Auftritt Miller mit der Lösung, denn er bietet dem Team Leichen für Experimente an. Wessen gefrorener Körper wohl dazwischen liegt ist nicht schwer zu erraten, natürlich plant der Übelwicht den nächsten Supersoldaten – warum er allerdings einen bereits zuvor unkontrollierbaren, nur durch Silber zu tötenden Werwolf noch stärker macht, das fragt man lieber nicht.

Es kommt, wie es kommen muss: Man verpasst dem scheinbar Toten die Eisenhaut, der steht irgendwann wieder auf und dann ist die Kacke am dampfen, denn im Labor tobt nun ein beinahe unzerstörbarer Werwolf…
Ernstzunehmenden Horror hatte angesichts der Prämisse wohl kaum jemand erwartet, spaßiger Schund wäre aber schon drin gewesen, doch dafür ist „Metal Beast“ dann im Endeffekt dann doch zu bieder und zu brav. Tatsächlich schienen die Macher zu glauben ihre im Grunde hanebüchene Geschichte seriös aufziehen zu müssen und greifen deshalb auf Mittel des klassischen Spannungskinos zurück: Eine lange Exposition während derer man das Biest nur teilweise zu sehen bekommt, ausführliche Vorstellung der Teammitglieder, Etablierung des gewinnsüchtigen Schurken (analog z.B. zu den Corporation-Angestellten der „Alien“-Reihe), der im Gegensatz zum triebhaften Monster keine Entschuldigung für sein Verhalten hat usw.
Das Problem an der Sache: „Metal Beast“ baut einfach keine Spannung auf, so brav er auch die Vorbilder kopiert, die erste Stunde ist abgesehen vom Opening, langsam in Szene gesetzt, was per se nicht schlecht ist, doch bietet abgesehen von redundantem Gelaber nichts, was dann per se schlecht ist. Großartige Subtexte hat der Film nicht zu bieten, gelegentlich versucht er aber auf Wissenschafts- bzw. Militärkritik zu machen, jedoch ganz oberflächlich, während das Publikum endlich darauf wartet, dass der Metallwolf von der Leine gelassen wird.

Nach rund 60 Minuten ist es dann soweit und dann steigert sich „Metal Beast“ qualitativ. Ein paar derbe Effekteinlagen sorgen für kruden Schmuddelcharme trotz niedrigen Bodycounts, die Werwolf-Tricks können sich sehen lassen, selbst wenn das Vieh dann vollends zu sehen ist, und die schwindende Truppe von Überlebenden wird reichlich durch den Laborkomplex gehetzt, was zumindest für kurzfristige Oberflächenspannung sorgt. Großes Tennis sieht zwar anders aus, aber wenigstens funktioniert „Metal Beast“ auf dieser lauten, platten Ebene wesentlich besser als beim Versuch der leisen Töne.
Kane Hodder, Stuntman und Teilzeit-Jason, in der Titelrolle muss nur physische Präsenz zeigen, aber davon hat er ja genug, weshalb man ihm selbst im Wolfspelz die beste darstellerische Leistung des Films bescheinigen darf. Der Rest vom Fest ist nämlich reichlich vergessenswert, abgesehen von Barry Bostwick, der mit seiner Teilnahme in der „Rocky Horror Picture Show“ an sich bereits vorab die Parodie auf derartigen Schund geliefert hatte, und die Rolle mit einem Augenzwinkern spielt, aber nicht immer eine gute Figur macht.

Es hätte flotter Trash werden können, doch leider nahmen die Macher ihr „Metal Beast“ dann zu ernst, womit der Zuschauer erst eine verkorkste erste Stunde über sich ergehen lassen muss, in welcher der Film dann vergeblich versucht Spannung aufzubauen. Das letzte Drittel entschädigt teilweise dafür, Trashologen greifen aber besser zu „Die Stunde der Ratte“ und ähnlichen Scherzen.

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