GAEA Japan war eine japanische Wrestling-Promotion (1995–2005), in der ausschließlich Frauen aktiv waren. Gegründet wurde sie von Chigusa Nagayo, selbst eine Wrestling-Legende und Coach der GAEA Girls.
Die für die BBC gedrehte Dokumentation zeigt in ruhigen, beobachtenden Bildern die unerbittliche Härte des Trainings. Viele Frauen kommen mit dem Traum, Profi-Wrestlerin und Teil des GAEA-Rosters zu werden, doch die Realität des sadistischen Drills zerstört ihre Hoffnungen. Gedemütigt und traumatisiert ziehen sie sich die meisten zurück.
Im Zentrum steht Takeuchi Saika, eine junge Frau, die körperlich und mental an ihre Grenzen geht, um ihren Traum zu verwirklichen. Schnell wird deutlich, dass das Training nicht nur extrem hart ist, sondern in offenem Missbrauch mündet, sowohl körperlich als auch seelisch. Alles geschieht unter dem Deckmantel der Disziplin. Doch trotz der Willkür und Brutalität, die sie erleidet, gibt sie nicht auf. Bewunderung und Mitleid gehen Hand in Hand und oft hatte ich das Bedürfnis, sie einfach in den Arm zu nehmen, um ihr ein wenig Mitgefühl zu zeigen.
Sie bekommt einmal einen ultra-brutalen-Dropkick in die Fresse und danach blutet sie dickflüssig aus dem Gesicht, während man ihr Versagen vorwirft. Ein klassischer Fall von Täter-Opfer-Umkehr. Tatsächlich hat sie keinen Fehler gemacht. Sie wurde schlicht mit voller Absicht von ihrer Lehrerin Meiko Satomura verletzt, ein absolut unprofessionelles Verhalten. Der Selbstwert der Schülerin ist vollkommen an ihren Erfolg geknüpft und genau das wird gegen sie verwendet. Sie hat den Missbrauch längst als Teil ihrer Trainingskultur verinnerlicht: "Was dich nicht tötet, härtet dich ab"!
Diese Dokumentation ist kein Werbefilmchen, das Träume produziert, sondern eine Aufdeckung von Machtmissbrauch. Es gibt ein klares Gefälle zwischen Trainerin und Rekrutinnen. Die jungen Frauen leben dort, wo sie trainieren, in einer abgefuckten Halle, irgendwo im Nirgendwo. Sie dürfen nur „Ja“ und „Verzeihung“ sagen, während sie systematisch an Drill und Schmerz gewöhnt werden.
Jedes Rampenlicht wirft einen Schatten und diese Doku beleuchtet diese Schattenseite. Sie zeigt ein leistungsorientiertes, abgeschottetes und hierarchisches System, in dem Missbrauch fester Bestandteil ist.
Die Doku verzichtet auf ein Urteil über die Figuren, behandelt sie mit Respekt und wirkt durch den fehlenden Off-Kommentar sowie die Abwesenheit schönfärbender Musik angenehm neutral, wodurch sie dem Zuschauer viel Raum für eigene Gedanken lässt.
Kann ich nur empfehlen!