Review

Forever Fun


„The Old Guard“ ist sicher kein Spielveränderer - doch ich hatte dennoch eine Menge Spaß mit dem neuen Netflix-Actioner zwischen Graphic Novelle und „Highlander“, bei dem wir einer Gruppe nahezu unsterblicher Krieger bei ihrem jahrhundertealten Tagewerk bzw. der Rekrutierungen eines neuen Mitglieds zusehen. Gejagt von Regierungen, Wissenschaftlern und den eigenen, uralten, seelischen Schmerzen... 

Charlize Theron kann Ärsche verhauen. Das muss einem nach „Atomic Blonde“ oder „Mad Max: Fury Road“ keiner mehr sagen. Dennoch trägt die toughe Traumfrau „The Old Guard“ zusammen mit einem sympathischen Team erstaunlich emotional und handfest. Dass ich jederzeit die Last der Jahrhunderte, ewigen Verluste und unheilbaren Wunden bei den „Unsterblichen“ mitgefühlt habe, würde ich sogar als größte Stärke dieser Comicverfilmung nennen. Dann kommen als weitere Pluspunkte ein paar knackige Actionsequenzen samt solidem Härtegrad, ein ungewöhnlich moderner Soundtrack (der aber dennoch für mich nie unpassend wirkt!) und ein ganz eigener, subtiler Stempel der Regisseurin, die dem simplen, effektiven Actioner deutlich und erfolgreich ihren durchaus auch emotionalen, erfreulich menschelnden Style aufdrückt, wie es zuletzt vielleicht nur Ryan Coogler bei „Black Panther“ geschafft hat. Und nach der Creditszene hätte ich am liebsten direkt die bestimmt/bei Erfolg kommende Fortsetzung drangehangen. Denn verschweigen will ich auch nicht: das gesamte Worldbuilding von „The Old Guard“ bietet auch noch sehr viel Spielraum und Möglichkeiten nach oben, in alle Richtungen und Zeitalter. Qualitativ und episch. Doch ein anständiger Anfang ist gemacht. 

Fazit: „X-Men“ trifft „John Wick“ - Netflix hat hiermit ein echt solides, stark besetztes und oft genug ziemlich krachendes Action-Fantasy-Franchise auf der Hand, von dem ich gerne mehr sehen werde/würde! Nicht nur wegen Charlize, einer der furiosesten Frauen, die momentan auf unserem Planeten wandeln. 

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