Nach einer längeren Auszeit wird die Kampf-Spezialistin Andy (Charlize Theron), die in der Vergangenheit erfolgreich ein vierköpfiges Team - die titelgebende Old Guard - führte, wieder zu einem Einsatz gebeten: Doch die nächtliche Befreiung junger Geiseln irgendwo in einem Camp in der afrikanischen Wüste stellt sich als Falle heraus: statt der Schüler erwartet das Kleeblatt ein schwerbewaffnetes Söldnerkommando, das die vier sofort niederstreckt. Mission gescheitert? Keineswegs, denn Sekunden später erheben sie sich wieder und erledigen nun ihrerseits die Söldner. Was sie nur erahnen können, ist, daß ihr Auftraggeber, CIA-Mann Copley (Chiwetel Ejiofor), die ganze Sache nicht nur eingefädelt, sondern auch per Live-Schalte in die Chefetage eines großen Pharma-Konzern übertragen läßt, welche hellauf begeistert ist - mit der DNA dieser unverwundbaren Agents (Wunden verheilen in Minutenschnelle) ließen sich milliardenschwere Geschäfte machen. Dazu aber muß man das Quartett erst einmal schnappen, und das ist aufgrund von deren Kampferprobtheit und Unverwundbarkeit gar nicht so einfach, zumal Andy, Booker (Matthias Schoenaerts), Nicky (Luca Marinelli) und Joe (Marwan Kenzari) mit der jungen US-Marines-Soldatin Nile (KiKi Layne) gerade ein neues Mitglied in ihren Reihen aufnehmen...
Die Netflix-Produktion The Old Guard über unverwundbare Helden (natürlich wieder auf einer Comic-Vorlage basierend) bietet einen mäßig spannenden Fantasy-Actioner, in dem sich die mittlerweile 45jährige Charlize Theron wieder in einer körperbetont-maskulinen Rolle präsentieren (und manchmal auch produzieren) darf: stellenweise wie in einem Videoclip gibt sich die per Kurzhaarfrisur auf supercool getrimmte Südafrikanerin mit US-Pass betont lässig-gelangweilt, während sie zu tanzbaren Rhythmen ihre Gegner gleich reihenweise erledigt. Verständlich, daß ihre Mitstreiter Booker (ein Computerspezialist) sowie das schwule Pärchen Nicky und Joe sie ehrfurchtsvoll mit "Boss" anreden - kennen sich diese Unsterblichen ja bereits seit Jahrhunderten. Nur Jungspund Nile, noch nicht mit ihren plötzlich entdeckten Selbstheilungskräften vertraut, muß noch auf Kurs gebracht werden - aber das schafft Alpha-Tier Andy im Verlauf des Films selbstredend auch noch.
Während es an der Choreographie der häufigen Actionszenen wenig auszusetzen gibt, ist der eigentliche Plot relativ simpel und bietet auch keinerlei Überraschungen: Die zum Quintett gewordenen Unsterblichen müssen sich verstecken, den "Verräter" Copley (einen bisherigen Vertrauten) zur Rechenschaft ziehen und dem skrupellosen Pharma-CEO Merrick das Handwerk legen - letzteres vor allem deswegen, weil sie keinesfalls (und schon gar nicht nur des Geldes wegen) reproduziert werden wollen, ist ihre Jahrhunderte währende Existenz doch auf philanthropischen Motiven begründet. In kurzen Rückblenden wird diesbezüglich erwähnt, wie sie bestimmte Leute vor dem Tod bewahrten - Leute, die später durch segensreiche Erfindungen der Menschheit von großem Nutzen waren. Aber diese wie auch andere eher philosophische Thematiken (wie die Unsterblichkeit an sich) kratzen freilich nur kurz an deren Oberfläche, um das ständige Geballer mit einer dünnen (und zu keiner Zeit glaubwürdigen) pseudo-humanistischen Attitüde zu bemänteln.
Dank moderner CGI-Technik sind einige Effekte wie die in Sekunden zuwachsenden Einschußlöcher (die häufigen egoshooter-artigen Head- und Bodyshots sowieso) nett anzusehen, und die wenigen Kontinuitätsfehler (wie z.B. das alte Flugzeug, dessen Innenraum nicht mit dessen äußeren Abmessungen übereinstimmt oder der gedeckte Güterwagen, aus dem das Quartett bei voller Fahrt durch die Wüste aussteigt, obwohl der Zug nur aus Schüttgutwagen besteht) fallen auch nicht weiter ins Gewicht, denn The Old Guard kommt bezüglich Kreativität über einige spärliche Ansätze nicht hinaus und bietet somit insgesamt nur leicht konsumierbares Mainstream-Geballer: Einmal gesehen und gleich wieder vergessen. 4,51 Punkte.