„Aquaslash“ basiert auf einer einzigen, wirklich effektiven Tötungsvariante, - allerdings, bei „Final Destination“ wäre das eine von etwa acht gewesen. Denn obgleich der Slasher nur eine Laufzeit von 71 Minuten aufweist, verbringt er fast eine Stunde mit Nichtigkeiten.
Der Wet Valley Aquapark ist das diesjährige Ziel der Schulabgänger, um in freizügigen Outfits und feuchtfröhlichen Beschäftigungen die Sau heraus zu lassen. Musiker Josh und die für ihn neu entdeckte Ex Kim ahnen noch nicht, dass ein Killer die Wasserrutschen manipuliert hat…
Ein weiterer Beitrag, der uns weiß machen will, dass die US-amerikanische Jugend augenscheinlich doch nicht zu den Übergewichtigen der Welt zählt. Unter den zahlreichen Teens ist kaum ein Speckröllchen auszumachen oder die Dicken haben kollektiv die Abschlussprüfungen vergeigt.
Immerhin finden sich mit den drei Musikern der Gruppe „The Blade“ ein paar Außenseiter, wobei das von ihnen dargebotene „Sunglasses at Night“ von Corey Heart nicht gerade ein populäres Aushängeschild des 80er-Mottos ist.
Ein anderer Junge findet noch einen Walkman und das war es auch schon mit den Verweisen auf das bunte Jahrzehnt. Ansonsten werden relativ offen Drogen konsumiert, ein Geldhai macht sich im Restaurant unappetitlich an einem Hummer zu schaffen und es gibt immerhin eine Eifersuchtsszene mit kurzer Prügelei. Um die Ableben ist es hingegen schlecht bestellt. Zwar wird jemand mittendrin dahingerafft, doch geschieht dies zunächst per Egoperspektive des Killers, später im Off.
Nach einigen Querelen unter den Betreuern, dummen Gesülze unter den Jugendlichen und auf Dauer ermüdenden Bikinigirls wird im letzten Drittel endlich die Grundidee des Streifens umgesetzt, was folgerichtig mit rot gefärbtem Nass einhergeht. Die Splattereinlagen kommen teilweise etwas grobschlächtig daher, dafür wurde weitgehend auf Computereffekte verzichtet.
Dennoch wären einige Tötungsarten zusätzlich wünschenswert gewesen, welche man gut und gerne über den deutlich zu langen Vorlauf hätte verteilen können.
Eine Weile funktioniert das Whodunit einigermaßen, da es genügend angedeutete Nebenhandlungsstränge mit entsprechenden Motiven und Randfiguren gibt, doch diesbezüglich fällt die Auflösung etwas mau aus und mutet ein wenig willkürlich an.
Somit erreichen die zweckdienlich performenden Mimen, das prinzipiell saubere Handwerk und der passable Score nicht mehr als einen halbgaren Slasher, dessen Drumherum deutlich zuviel Platz einnimmt, während die Ausgangsidee allein nicht ausreicht, um dauerhaft für Kurzweil zu sorgen.
4,5 von 10