Review

Okay, kurzes Slasher-Intermezzo.

„Aquaslash“ – das ist ein poppiger Meuchler, der zufällig in einem Wasserpark spielt, aber leider ist der Fun bei diesem kanadischen Potpourri meistens nur auf Sparflamme unterwegs.
Den Kochlöffel schwingt hier nämlich Renaud Gauthier, in dessen Bio sich vor allem der unsägliche zerfahrene „Discopath“ findet, der sich nicht entscheiden konnte, ob er nun Thriller, Satire, Psychodrama oder Parodie sein wollte.

Auch hier mixt Gauthier wieder fröhlich die Themen. Klassisches Plotmaterial ist sicherlich die Abschlussklasse 2018, die hier im für ein Wochenende gemieteten Freizeitpark mal zwei Tage ordentlich die Sau rauslassen will, so stilecht mit Band, endlos Alk, Rumfummeln und Vögeln. Einen Protagonisten auszumachen ist da schon schwer genug, weil hier mehr als ein halbes Dutzend Gestalten um einen Platz an der Sonne rangeln. Da wäre der Parkbesitzer, der mit der größten Schnatterliese des Jahrgangs vögelt; seine Frau, die sich auch verschiedenen Jungen aus Rache hingibt, ein jüngerer Angestellter des Parks, der sich mit vielen anlegt; ein alter Angestellter, der noch von einem tragischen Vorfall der Vergangenheit weiß; die Mitglieder der Band und speziell deren Sänger, dessen geschäftstüchtiger Dad den Park auch noch kaufen will.

Das alles ist aber vollkommen wumpe, denn es wird halt viel rumgezickt beim Rote-Heringe-Verteilen, irgendwann wird jemand erschossen und nachdem die Chose schon halb rum ist, baut der große Unbekannte schließlich in eine der Rutschenröhren zwei scharfe Klingen im X-Format ein und alles wartet auf das große Pool-Gulasch.

Das folgt dann im letzten Drittel während eines sinistren Rutschwettbewerbs und da man nicht weiß, welche der drei Röhren den sicheren Tod zur Folge hat, ist das fast so etwas wie interessant. Tatsächlich geht es dann auch gut los und diverse Leutchen lösen sich an besagter Stelle in ihre vielen netten Bestandteile auf, Gliedmaßen rutschen und der Pool färbt sich rot – wenn man denn bis dahin noch durchgehalten hat, wird es erfreulich kleinteilig.

Ehrenhalber muss ich sagen, dass dieser Film etwas kohärenter inszeniert ist als Gauthiers Vorgänger, aber was er an Suspense und Mini-Aggressionen aufbaut, findet dann später keine echte Auflösung – und wenn man eh niemanden im Cast so richtig mögen kann, ist es auch egal, ob sie zerschnetzelt werden. Tatsächlich endet die Chose dann sehr abrupt mit einem roten Becken und einer Erinnerungssequenz, die allen wenigstens halbwegs noch einen Täter und ein Traumamotiv bietet, allerdings ist der Film damit dann auch schon zu ende, ohne ein emotionales Payoff zu liefern.

Offenbar sollte es etwas realistischer und tiefgründiger vorgehen, statt einen geistbefreiten Spaß-Schnetzler zu inszenieren, aber die Mischung aus TV-High School-Soap und Killerapplication bleibt dann auch nur an der Oberfläche. Schön sind die Bilder, einfallsreich manchmal die Inszenierung, aber der Film hat keine echte Substanz, die täuscht er nur an. Am Ende sterben ein paar und andere überleben, dann noch ein postscriptum, wer es war und tschau Kakao. Angenehm stimmen da nur die altertümlichen Park-Shirts und ein irgendwie faszinierend designter Badeanzug, aber das sind nette Äußerlichkeiten. Da ist kein Beweis, dass Gauthier den Job irgendwie zu ende gedacht hat (ja, er ist auch der Autor) und mit gerade mal 71 Minuten bleibt kaum Zeit, den Popanz erst aufzubauen und dann damit auch noch etwas anzufangen. Immerhin optisch chic und schnell vorbei. (3/10)

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