Soldier Blue (8/10) Das starke an Soldier Blue ist eigentlich das Ende - die mit Grausamkeiten gespickte Darstellung der Auslöschung eines Indianerdorfes, bei dem auch Frauen und Kinder gnadelos abgeschlachtet werden. Der Rest des Films ist jedoch nicht uninteressant: er schildert die Suche zweier Überlebender, einer weissen Frau, die die Frau eines Indianerhäuptlings ist, und eines Soldaten. Beide lernen sich kennen, überleben und verlieben sich schliesslich ineinander, eine bittere Liebe, denn sie können nur für die Dauer ihrer Suche nach einem Fort zusammenbleiben. Soldier Blue ist nicht nur gutes Erzählkino, sondern auch eine kleine Abhandlung über die Fähigkeiten des Menschen, vor allem in der Gruppe, Grausamkeiten wie im Rausch zu begehen. Dies wird im Film hervorragend grausam dargestellt: voller Euphorie wird da geköpft, vergewaltigt und erschossen. Von "erlösen" ist da die Rede, vom "Erdboden gleichmachen". Und "die Pflicht erfüllen". Zwar ist Soldier Blue keine eigehende psychologische Studie, aber er zeigt anfängliche Wege auf, in denen man seinen Gegner nur bekämpft, weil man über ihn vom Hörensagen Gräuel gehört hat. Trotzdem bleibt der Film immer auf seine eigenen Art sachlich, und schildert die Grausamkeiten deutlich, aber nicht voyeuristisch. Das hat die FSK wohl eingesehen, und ihn wieder ab 16 Jahren ungeschnitten freigegeben. Fazit: Kein tiefgründiges psychologisches, jedes aufwühlendes Drama nicht nur über eine unmögliche Liebe, sondern über den Rausch des Tötens. Sehenswert