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Der junge Soldat Honus Gent und Kathy Maribel Lee, gennannt Cresta, überleben als einzige einen Indianerüberfall auf einen Treck. Gemeinsam müssen sie nun versuchen zu überleben und machen sich auf den langen, beschwerlichen Weg, zu Fuss der Wildnis zu entkommen. Als Honus verletzt wird, macht Cresta sich auf, im Cheyenne-Dorf in dem sie einige Jahre gelebt hat, Hilfe zu holen. Honus hat inzwischen aus eigener Kraft das Fort erreicht, wo er medizinisch versorgt und danach einer Kavallerie-Einheit zugeteilt wird. Eben diese Einheit macht sich dann alsbald unter Führung von Colonel Iverson auf, das Cheyenne-Dorf von Häuptling Gefleckter Wolf anzugreifen. Es kommt zu einem schrecklichen Massaker, mittendrin Honus auf der einen und Cresta auf der anderen Seite.
"Soldier Blue" ist ein schlimmer Film, und sicher der Western der am meisten Mühe macht, ihn anzuschauen. Wir haben es hier mit einem Stück amerikanischer Vergangenheitsbewältigung zu tun, die Geschichte von Cresta und Honus mag erfunden sein, nicht aber die Massaker welche an den Indianern verübt wurden. Diese Tatsache macht den Film noch ungleich schlimmer und tragischer. Das blutige Gemetzel, das die Kavallerie am Ende des Films im Indianerdorf veranstaltet, ist etwas vom Härteren in der Filmgeschichte, mit beispielloser Brutalität machen die "zivilisierten Weissen" das Dorf dem Erdboden gleich, Kinder, Frauen, Männer, alles wird abgeschlachtet. Wenn man nun bedenkt, das es so oder ähnlich abgelaufen sein könnte damals, dann hat man echt Mühe, den Film zu Ende zu schauen. Ansonsten ist "Soldier Blue" mit sehr überzeugenden Schauspieler grossartig inszeniert worden. Die erste Hälfte des Films kann man beeindruckende Landschaftsaufnahmen bewundern, die atemberaubend fotografiert wurden, im zweiten Teil und vor allem gegen Ende, ist das alles vergessen, man verarbeitet mit grösster Mühe die schlimmen Eindrücke, die sich einem ins Gehirn brennen.
Man sollte sich "Das Wiegenlied vom Totschlag" unbedingt ansehen, es ist wie gesagt ein Stück Geschichte das sich nicht wegschweigen lässt, darum sollte man sich damit konfrontieren. Hier scheint es auch nicht wichtig ob man sich eine geschnittene Version anschaut, ist doch vor allem der unglaublich brutale Schluss entschärft worden, die Botschaft des Films kommt trotzdem rüber, und das ist in diesem Fall das Wichtigste.

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