Review

Am 29 November 1864, griff eine Einheit der Colorado Kavallerie in Stärke von über 700 Mann, ein friedliches Dorf der Cheyenne am Sand Creek in Colorado an. Die Indianer zeigten die Amerikanische Flagge und eine weiße Fahne als Zeichen der Ergebung. Trotzdem griff die Kavallerie an und metzelte 500 Indianer nieder, von denen mehr als die Hälfte Frauen und Kinder waren. Über 100 Männer wurden skalpiert, Körper verstümmelt, Frauen vergewaltigt.
General Nelson E. Miles, Stabschef der Armee, bezeichnete dieses Massaker als das vielleicht unmenschlichste Verbrechen, in den Analen der amerikanischen Geschichte.

Das waren die Worte, mit denen Soldier Blue (der deutsche Titel ist so dümmlich, dass ich ihn nicht nennen kann) endete. Ein Film der auf historischen Tatsachen beruht.

Dieses Schlusswort beinhaltet auch schon die Thematik des Films. Eingefasst ist diese eher bittere Gegebenheit zunächst in einer zarten und eher heiter beschwingten Westernromanze zwischen dem Soldaten Honus und der blonden Cresta, die jahrelang mit den Ureinwohnern lebte und mit einem Häuptling der Cheyenne verheiratet war. Jedoch bleibt der Film nicht heiter- beschwingt.

Man kann dann etwa 20 Minuten dem oben geschilderten beiwohnen, ohne von Details verschont zu bleiben. Wer das dann ausgehalten hat, hat dann vielleicht in etwa eine Ahnung, auf welchen Prinzipien die „Freie Welt“ aufgebaut ist.

Soldier Blue ist ein ungewöhnlicher Film und ein selbst für Ralph Nelson untypischer Western.
Mal ist er Knochenhart, mal ist er fast eine Komödie. Im Film verschmelzen harte und heitere Abschnitte, so dass Gewalt in diesem Western zu etwas Alltäglichen und Normalen wird. Am Ende jedoch tut sich die Hölle auf.

Für mich ein Meilenstein der Filmgeschichte.

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