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Das sind die klassischen Lagerfeuergeschichten, wie der Titel unschwer erkennen lässt, die sich in diesem Episodenfilm eine Gruppe Teenager nach einem Autounfall nachts im Wald hockend erzählen, eingeleitet von der ersten, "The Hook": Der Prolog spielt in den guten alten 50s, als die verliebten Pärchen noch auf der Rückbank von chromblitzenden Spritfressern rumknutschten, bis ein Psychopath, vorzugsweise mit einer Hakenhand, aus der Nacht erscheint. Eine kleine, nette Hommage an den klassischen Slasher mit Abschlußgag. 2. "The Honeymoon": Rick und Valerie sind auf Hochzeitsreise nach Vegas, doch ausgerechnet im finsteren Wald geht ihnen das Benzin aus, wo blutrünstige Gestalten zu Vollmond ihre menschliche Beute reißen. Fasziniert von kannibalischen Greueltaten, die dort vor Jahren Schlagzeilen machten, freut sich der Zuschauer auf eine locker an "The Hills Have Eyes" angelehnte Kurzgeschichte, die die beiden Terror im Wohnmobil erleben lässt. Fängt wie ein gefälliger 80er Jahre Horrorgrusler an und macht im weiteren Verlauf eine Spannungskurve nach oben. Die Belagerung durch die degenerierten Kannibalen findet auf jeden Fall ein schockierendes Ende. 3. "People Can Lick Too": Am Vorabend ihres zwölften Geburtstags ist Amanda allein zu Haus, nur mit ihrem Hund Odin. Ihre Chatfreundin ist, wie der Betrachter überrascht feststellt, ein schmierbäuchiger Typ, der Videos des kleinen Mädchens sowie Ketten an der Decke hängen hat, nicht gerade sehr vertrauenserweckend. Dieses Segment empfiehlt sich als Kurzslasher, bei dem ein Kind potentiell das Opfer ist, atmosphärisch gelungen, dem vielleicht die adäquate Pointe fehlt. Diese Story setzt, obwohl es erst anders aussieht, nicht auf Kunstblut, sondern auf etwas Sickobackground, der sich im Kopf abspielt. 4. "The Locket": Ein Mann fährt mit seinem Motorrad einem ungewissen Ziel entgegen und landet schließlich bei der stummen Heather, die zur Zeit allein in ihrem Landhaus wohnt. Von ihrem liebreizenden Äußeren angezogen entgeht im allerdings nicht, das etwas mit ihrer Vergangenheit nicht stimmt. Eine gewittrige Nacht, Geister und schließlich die Axt im Haus sind die Zutaten für einen übersinnlichen Slasher. Auch wenn es das woanders schon gab, ist es gut erzählt. Und zu guter Letzt ist auch die Rahmenhandlung "The Campfire" noch eine eigenständige, kleine Story mit einer Pointe, die Plottwists sind in der Regel bei dieser Zusammenstellung genau so amüsant wie die eine oder andere blutige Ansicht mit einem Härtegrad, den die vielen Episodenfilme für das Fernsehen mit ihrer seichten Art nicht bieten. Im Grunde sind alle Geschichten slashernahe inszeniert und dennoch abwechslungsreich, sowie kurzweilig und mit unheimlichen Momenten.

Fazit: Gut unterhaltender Episodenfilm, der mit Überraschungseffekten und stimmiger Horroratmosphäre aufwartet. 5/10 Punkten

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