Körperkameras kamen erstmals 2005 bei der Polizei in Großbritannien zum Einsatz und eigentlich sollten sie mittlerweile verpflichtend sein, um Einsätze konkret zu dokumentieren. Aber auch, um willkürliche Polizeigewalt schwarz auf weiß zu übermitteln, was speziell in den USA ein leider nicht enden wollendes Thema ist. Was Regisseur Malik Vitthal daraus entwickelt, ist allerdings in jeder Hinsicht halbgar.
Swinton, Louisiana: Nach acht Monaten Suspendierung befindet sich Renee (Mary J. Blige) mit ihrem neuen Partner Danny (Nat Wolff) im Einsatz und wird zu einem Tatort beordert, an dem einer ihrer Kollegen brutal ermordet aufgefunden wird. Nicht der letzte Todesfall im hiesigen Department…
Immerhin gelingt es Vitthal rasch, eine düster bedrohliche Atmosphäre zu kreieren. Einsatz in einer Regennacht, langsame Annäherung an einen unheilvollen, scheinbar menschenleeren Tatort, an dem es nicht mit rechten Dingen zugehen kann, - spätestens als ein Cop wie von unsichtbarer Geisterhand durch die Luft gewirbelt und anschließend aufgespießt wird.
Demgegenüber werden die Figurenzeichnungen sträflich vernachlässigt und kommen kaum über Eckdaten hinaus. Renee mit dem Trauma eines verunglückten Sohnes, Danny als Greenhorn im Department. Die Chemie stimmt nicht, von Teamwork kann kaum die Rede sein, weshalb Renee vermehrt im Alleingang unterwegs ist. Das äußert sich über weite Strecken darin, dass die Polizistin mit Taschenlampe diverse, heruntergekommene Räumlichkeiten inspiziert und vielleicht mal ein Schatten auftaucht.
Neue Hinweise scheinen ebenfalls dem Übersinnlichen zuzuordnen zu sein, denn fundierte Recherche sieht anders aus.
Glücklicherweise wird die Perspektive der titelgebenden Body Cam nicht überstrapaziert und nur selten werden Bilder von Überwachungskameras bemüht. Wobei genau dieser Umstand bei einer Szene in einem kleinen Supermarkt zu punkten vermag, zumal hier das Timing stimmt. Ganz im Gegensatz zum Showdown, der alle gesammelten Fakten dennoch irrational handeln lässt. Das Finale läuft nicht nur vorhersehbar ab, es mangelt zudem an spannenden Konfrontationen, während das Paranormale geradezu mit Ignoranz quittiert wird.
Das magere Drehbuch räumt den Darstellern kaum Möglichkeiten zur Entfaltung ein. Mary J Blige kann es deutlich besser und performt hier phasenweise wie unbeteiligt, während die übrigen Mimen nie mehr als Dienst nach Vorschrift verrichten. Auch der Score kann keine Akzente setzen und lässt den Vortritt der Sounduntermalung, welche nur selten für leichte Erschreckmomente sorgt.
Am Ende macht sich zusehends Ernüchterung breit. Nach einem starken, stimmungsvollen Einstieg ist die Luft bald raus, das Übersinnliche wird erst gar nicht eingehender hinterfragt und die Motivation hinter den Morden ist rasch aufgedeckt.
Somit eine verpasste, beinahe verpatzte Chance.
4,5 von 10