Review

Nach dem albernen "Legion of the Dead" und dem auch nicht überzeugenden "Beyond The Limits" hier nun Olaf Ittenbachs nächste Bereicherung für die Independent-Horror-Fraktion. Und leider ist ihm auch hier nicht der große Wurf gelungen, trotz einer in Genremaßstäben gerechnet soliden Grundidee: Rebecca hat als Kind als einzige das Massaker an ihrer Familie überlebt. Jahre später wird sie vom Geist ihres Vaters (Bela B. Felsenheimer) heimgesucht, der ihr befiehlt, den Fall endgültig aufzuklären und den Mörder zur Strecke zu bringen.

In Sachen Kameraarbeit kann man dem Regisseur nichts vorwerfen - im Gegenteil: Die zumeist düster gehaltenen Bilder, besonders in der Titelsequenz, schaffen eine schaurig-schöne Atmosphäre. Auch das Erscheinen der Geister, die für einige nette Schockeffekte gut sind, ist vortrefflich in Szene gesetzt worden - nicht nur aufgrund des hohen Blutgehaltes. Letzterer ist vergleichsweise sparsam dosiert, aber in gewohnter Ittenbach-Manier gefilmt und daher manchmal etwas übertrieben. Technisch sind die Effekte aber mal wieder eine Klasse für sich.

Ein reines Gore-Spektakel sollte "Garden of Love" auch gar nicht werden. Vielmehr versucht sich Ittenbach hier als Erzähler einer Geschichte, die glaubwürdig an den Zuschauer gebracht werden soll - ein Unternehmen, dass zum Scheitern verurteilt ist, denn abseits der Schauersequenzen, wenn die Handlung einsetzt, wirkt der Streifen wie ein Amateurfilm. Bei fast jedem Dialog und jeder Handlung der Akteure springen einem die Logikfehler geradezu ins Gesicht. Hinzu kommen dramaturgisch völlig misslungene Szenen, wie zum Beispiel der fast vierminütige Monolog des Polizisten. Derartige "Erklärungen" haben, trotz der dezent-spannungsfördenden Musikuntermalung, einzig und allein den Effekt, die Handlung auszubremsen und schlagen sich beim Zuschauer als pure Langeweile nieder. Den zwischenzeitlichen Wendungen wird auf dieselbe Art und Weise jegliche Dramatik und gewissermaßen auch die Glaubwürdigkeit genommen. Mag der Film optisch noch so professionell heruntergekurbelt worden sein - er beweist, dass Ittenbach zwar mit der Kamera umgehen kann, aber erzähltechnisch in den vielen Jahren im Filmgeschäft nichts dazu gelernt hat.

Dementsprechend braucht man auch über den Großteil der Akteure kaum ein Wort zu verlieren. Allesamt sehr bemüht können sie die Drehbuchschwächen nicht kompensieren und sind durch die äusserst dilletantische deutsche Synchronisation noch zusätzlich benachteiligt. Ironischerweise kann nur Bela B. Felsenheimer, der eigentlich kein Schauspieler ist, als Geist wirklich überzeugen.

"GoL" ist insgesamt ein unterdurchschnittlicher, weil schlecht erzählter Independent-Horrorstreifen, der dank einiger atmosphärischer Sequenzen nur für Genre-Fans noch einen Blick wert ist.

3/10

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