Ittenbachs neuester Streich ist meilenweit entfernt von den Qualitäts-Standards von BEYOND THE LIMITS - dennoch oder gerade deshalb ist er sehenswert!
Ein Widerspruch? Mitnichten! Ittenbach-Fans werden sich seine Filme immer "reinziehen" - diese Gruppe ist alway loyal und wartet nur auf seine neuesten Streiche, um begeistert abzuhetzen oder die Splatter-Ideen zu feiern. Nein, die "anderen Zuschauer" sind hier die Zielgruppe. Alle, die sich bei "Black Past" , "Burning Moon" oder "Premutos" übergeben haben, werden von GARDEN angenehm überrascht sein. Because der "Meister des Deutschen Amateurhorrors" setzt mal ausnahmsweise auf eine STORY ... und er lässt sich Zeit für Dialoge und stimmige Athmo-Szenen. Ja, mit den Dialogen/Monologen hat er´s zwar im Neuling mindestens 3x übertrieben, doch erinnert Ihr Euch noch an die urbayerischen Dialoge seiner Frühwerke? Im Vergleich hierzu sind die GARDEN-Dialoge reinste Shakespeare-Ergüsse ... kicher. Zurück zum Ernst: dialoglastig ist er, der Splatter kommt zu kurz, die Schauspieler sind nicht das Gelbe vom Ei ... aber der Streifen unterhält mal wieder für 85 Minuten! Dies ist doch das Ziel: UNTERHALTUNG! Dies schafft Ittenbach immer - entweder mit unfreiwilligem Humor, spielerischen Kamerafahrten oder ... und dies ist seine ganz große Stärke ... mit hammerharten Spezialeffekten.
Gorehounds sollten gewarnt sein! Es gibt hier wenig für Euch - doch dies ist qualitativ hoch angesiedelt. Anti-Ittenbach-Zuschauer könnten sich mit diesem Machwerk sicherlich leichter anfreunden als mit seinen früheren "Blut-Werken" - da hier der Mystiktouch deutlich prägender ist als Close up-Szenen auf blutige Innereien.
Fazit: Kritik hin oder her ... Ittenbach dreht Unterhaltungs-Horror made in Germany oder jetzt sogar international. UND ... er unterhält uns doch gnadenlos! Ich glaube, der ein oder andere deutsche Standard-Regisseur ist bestimmt a bisserl neidisch darauf.
Itty ... let´s go ... create your next bloody nightmare!