Wer einen Film drehen möchte, sollte sich zunächst einen von Olaf Ittenbach anschauen. Dessen Filme sind gutes Anschauungsmaterial dafür, was man alles falsch machen kann.
Ittenbach hat immer eine Idee, bevor er einen Film dreht. Das ist sinnvoll, allerdings sind seine Ideen so schwach, dass sie in seinen Filmen kaum wieder zu erkennen sind. Er überlagert sie mit Zitaten aus Horrorklassikern (etwa wenn sich Ittenabch selbst von einem Geist durch ein Gitter drücken lässt (Wishmaster 2) und es entsteht ein meist eindimensionales Wirrwarr, das er mit minutenlangen Monologen oder platten Rückblenden zu erklären versucht.
So auch in Garden of Love - sicher einer der besseren Ittenbachs.
Die Geschichte ist simpel und in anderen Reviews hinreichend dargelegt.
Herausragend sind für einen semiprofessionellen Film die FX. Semiprofessionell deswegen, weil Ittenbach noch immer nicht eingesehen hat, dass er besser professionelle oder zumindest einfallsreiche Autoren für seine Drehbücher engagieren sollte. Semiprofessionell auch deswegen, weil er nur wenig Gespür für Dialoge und das richtige Casting besitzt. Lediglich die Rolle von Rebeccas Freund und vor allem die des Polizisten sind sehenswert, wenn sie ihre wahren Gesichter offerieren. Die Darstellerin der Rebecca ist schon wie in Beyond the Limits eine absolute Fehlbesetzung.
Zudem hat Ittenbach kein Gespür für den richtigen Schnitt. Zu selten wechseln die Rythmen, die für einen ordentlichen Spannungsaufbau unablässig sind (damit hätte man den Monolog des Polizisten vielleicht doch noch retten können). Einzig die Szene, in der Rebecca das Rasiermesser im Bad sucht, fällt aus dem Rahmen. Viele Einstellungen sind einfach zu lang. Zu oft sehen die Darsteller ausdruckslos in die Kamera, obwohl sie etwa Entsetzen zeigen sollen. Lösung: ein paar Closeups. Auch die Bildkomposition ist unzureichend, die Fotografie wirkt hölzern und einfallslos, was auch lächerliche Bildeffekt, gepaart mit langweiligen Soundeffekten nicht mehr ausbügeln.
Und dann die kleinen dummen Fehler, die zugegeben auch in großen Hollywoodfilmen (Mikrophon, Kamera in Fensterscheiben) zu sehen sind.
In der Szene, in der sich Rebecca und ihr Freund beim Polizisten das Video vom Massaker von vor 12 Jahren anschauen, ist ein besonderer Leckerbissen dafür: Im TV sind die Spiegelbilder Rebeccas und ihres Freundes zu sehen, eine an sich schöne Idee. Doch wer ist die dritte Person, die als Spiegelbild rechts zu sehen ist. Es scheint ein Mitglied der Filmcrew zu sein, die auf dem TV-Schirm zu sehen ist. Diese Person schaut so begeistert auf die Szenen im Fernseher, dass ich vermute, dass es sich um Ittenbach selbst handelt. Doch Achtung! Nachdem Rebecca den Polizisten bittet, sich das Band nochmals anschauen zu dürfen, ist das Spiegelbild eben jener dritten Person nicht mehr auf dem TV-Schirm zu sehen. Vielleicht fühlt sich Ittenbach ja Hitchcock etwas verbunden, da er selbst in seinen neusten Filmen kurze Gastausftritte hat. Allerdings wäre Hitchcock ein solches Mallheur nicht passiert. Aber dieser Fehler ist doch auch wieder charmant und die Kritik daran nicht böse gemeint.
Anders bei anderen Fehlern. Dem Dialekt im englischsprachigen Original nach zu Urteilen, spielt die Handlung in England. Auch das einzige sichtbare Nummernschild, das gelblich am Heck des Polizeijeeps zu sehen ist, deutet darauf hin. Doch weshalb haben alle Fahrzeuge ihr Lenkrad auf der linken Seite, und warum haben sonst alle Pkw kein Nummernschild? Das ist einfach Müll.
Der Höhepunkt neben den FX ist Bela B, allerdings auch nur als Geist. Die Zombiemaske erinnert an die Zombies aus den Dance of the Demons-Filmen, mit Gesichtsnarben, die an das erste Opfer aus American Werewolf in London erinnern. Wie gesagt, Ittenabch hat viele Klassiker gesehen. Alles die mesncheit leibender Hippie ist Bela allerdings eine schlechte Karrikatur.
Das die FX in diesem Streifen zuzückgedreht worden, das stört nicht wirklich, allerdinsg hinterlasasen sie eine Lücke, die durch Handlung nicht aufgefangen wird. Lediglich das Ende hätte noch etwas merh mit Blutrausch-/rache versehen sein können.
Insgesamt ein Film zum Anschauen. Aber nicht zum drüber schreiben, das wollte ich hiermit nur mal gesagt haben.