Review

„Blutige Exzesse im Führerbunker“ ist eine der frühesten filmischen Fingerübungen des jungen Jörg Buttgereit. Dieser sollte später mit den Werken „Nekromantik 1 & 2“, „Der Todesking“, und „Schramm“ dem deutschen Amateurfilm die immer noch unerreichte Krone aufsetzen. 

Davon ist der junge Mann der für diesen Kurzfilm verantwortlich war noch meilenweit entfernt: Allgemein änderte sich der Grundton erst später im Gesamtwerk. Während die frühen Super-8-Filme noch einen heitere Atmosphäre und infantilen Humor haben distanzieren sich die späteren Langfilme deutlich von bloßer Spaß-Filmerei. 

Zur „Story“: Adolf Hitler ist am Leben und plant immer noch die Weltherrschaft zu erlangen. Er reanimiert seine verstorbene Frau Eva Braun und einen Mutanten (aus Leichenteilen zusammen gefügt) um eine neue Superrasse zu züchten. Seine Schöpfung wendet sich allerdings gegen ihn und er wird von den beiden grausam getötet. 

Genauso hirnverbrannt wie das ganze klingt, so ist es im Endeffekt auch. Wer allerdings Buttgereit kennt und mit seinen Filmen vertraut ist dürfte sich hier ähnlich amüsieren wie in „Horror Heaven“. Besonders die Provokation im Film deutet bereits auf die Intention Buttgereits hin, denn seine Werke waren von Beginn an Teil einer Gegenkultur, maßgeblich beeinflusst von der Industrial- und Punk-Szene Berlins. 

So prunkt über der kompletten Szenerie ein Hakenkreuz und überhaupt dürfte die gewählte Thematik, besonders in Verbindung mit der "unseriösen" Machart, ein rotes Tuch sein. Die Horror-Elemente wurden klar angelehnt an den Klassiker "Frankensteins Braut" und verleihen dem Ganzen eine sehr schräge Note, von politischer Korrektheit keine Spur.

Die Splatterszenen sind selbstverständlich völlig unbedarft und selbst bei Andreas Schnaas besser umgesetzt; auch die, im Titel angekündigte, blutige Exzesse findet nicht statt: bis auf ein paar lieblose Flecken gibt es totz derber Verstümmelungen kein Blut zu sehen. Der Trashfaktor jedenfalls ist enorm hoch und alleine aus diesem Grund bleibt „Blutige Exzesse im Führerbunker“ eine nur schwer goutierbare Angelegenheit.  

Fazit: Für Fans des Berliners aus historischen Gründen empfehlenswert, filmisch kommt man nicht über halbwegs gute Ansätze hinaus. 

gute 3,5 / 10

Details
Ähnliche Filme