Bizarrer Babybrei
Mann oder Baby? Behindert oder missbraucht? Zurückgeblieben oder zurückgehalten? Kind oder Kerl? Opfer oder Natur?… Diese Fragen stellt dieser lustig-listige 70er-Psycho-Genremix in dem ein Mann schon sein Leben lang von seiner Mutter und seinen zwei Schwestern behandelt und „gehalten“ wird wie ein Baby. Doch die neue „Babysitterin“ will das so nicht stehen lassen und versucht das Kleinkind im Erwachsenkörper aus seiner Gefangenschaft zu befreien…
Keine Kita nimmt diesen Freak…
Was für ein wilder, weirder 70s-Schlock… Zwischen Psychohorror, Tabuterror und unfreiwilligem Humor kommt dieser „Film für die ganze Familie“. Fast noch absurder und unangenehmer als es Roger Corman, Herrschell Gordon Lewis oder andere B-Horror-Legenden dieser Zeit damals wohl angegangen wären. Ein Kuriositätenkabinett, das nichts mehr zu verlieren hat. Zwischen Unfug und Ungeheuerlichkeit. Sehr lustig - wenn man einen „fragwürdigen“ und pechschwarzen, etwas zynischen Humor besitzt oder abrufen kann. Heutzutage hat man das Konzept schon öfters gesehen, in leichterer Form, auch mal ausgedehnt und verändert auf Leute, die sich wie Tiere verhalten (müssen) („Good Boy“). Inzest, Inzucht, ein teuflischer Twist am Ende. Das ist nicht wirklich toll die meiste Zeit, hatte sicher ein Magerbudget, einige unmotivierte Schauspielmomente, durchaus Längen geschweige denn andere Unzulänglichkeiten - hatte dennoch mein Interesse durchgängig. Weswegen auch immer. Da war immer etwas unterschwellig im Busch. Selbst wenn man nur den Kopf schüttelt oder sich schämt. Psychedelische 70er-Patina. Nicht allzu lang. Unverblümt, ungeniert, unangenehm. Mutig, makaber, mütterlich. Kann man sich durchaus schöntrinken.
Du bist nur so alt wie du dich fühlst!
Fazit: obskurer Grundton, bizarre Idee, krasse Ausgangslage, fiese No-Gos - im Grunde kein guter Film, aber Perversion, Prämisse, Neugier und Abgründe tragen über manch eine Trockenphase. Interessant.