Review

Endlich Butter bei die Fische


Vor „Deep Blue Sea 2“ waren alle positiv gespannt, auch nach all den Jahren des Wartens. Dann kam die massive Enttäuschung, ein echtes Ärgernis. Und daher waren vor „Deep Blue Sea 3“ jetzt gefühlt alle eher desinteressiert und nur müde interessiert. Und dabei ist das jetzt wiederum ein ziemlich unterhaltsamer Hai-Actioner, der die Reihe wieder auf Kurs bringt und den mauen zweiten Teil, der eigentlich nur ein minderwertiger Aufguss des Originals war, fast vergessen lässt... Wir folgen ein paar Wissenschaftlern, Haiforschern und recht schnell auch Jägern oder Militärs auf eine kleine Wasserkolonie, die durch den Klimawandel und das steigende Meer Tag für Tag etwas mehr sinkt. Die meisten Menschen sind schon längst weg - was wohl eine weise Entscheidung war, denn nun haben sich dorthin auch noch die aus den Vorgängern bekannten, genmanipulierten Bullhaie verirrt und haben alle Lebewesen (inklusive den weißen Haien!) zum Fressen gern...

„Deep Blue Sea 3“ ist eine äußerst positive Überraschung, ein sehr kurzweiliger DTV-Horror-Actioner mit allem Drum und Dran. Das Setting mit der langsam sinkenden Kolonie ist sehr authentisch und fühlbar und zu großen Teilen wohl CGI-frei umgesetzt, es gibt für beide Geschlechter massig hübsche Menschen zu sehen, die Haie sehen meist okay, oft sogar sehr gut aus. Zudem gibt es erfreulich brutale, auch kreative Kills - einen würde ich sogar fast so überraschend und spaßig nennen, wie den damals von Sam Jackson. Auch die fiesen Haie segnen spektakulär das Zeitliche. Ich sage nur „Unterwasserpresse“. Da kann man nicht meckern. Es gab sogar Adkins-ähnliche Kämpfe, es gab Erklärungen und Verbindungen und Bereinigungen, was das ganze Franchise betrifft, es gab eine gute, wenn auch simple Umweltmessage, die nicht plakativ genug sein kann. Einfach ein rundum gelungener B-Movie-Reisser, der alle meine Erwartungen im Wasser zerrissen hat. Ein Quantensprung zum faulen zweiten Teil, ich kann mich nur wiederholen. Selbst wenn es nach dem eigentlich auch nur eine Richtung gab - nach oben. Also ab jetzt: nach Teil 1 einfach diesen hier als Doppel einschieben, den Rest ignorieren. 

Fazit: deutlich besser als Teil 2, noch immer etwas unter dem Original. Dennoch ein sehr ordentlicher Haihappen, auf den man so nach dem verkorksten, milden Reboot niemals hätte hoffen dürfen. „Deep Blue Sea 3“ macht viel richtig, neu, durch und durch Spaß. Eine giftig-gallige und dennoch augenzwinkernde Creature Feature-Jagd. Genau die richtige Mischung. Oldschool Good Times. 

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