Burlesque Fatale
„Satan In High Heels“ ist ein sehr feminin gewichteter Noir und ein kleiner, exploitativer Geheimtipp der Emanzipation - und das u.a. auch durch exotischen Tanz und Sexualität! Erzählt wird nämlich von einer Tänzerin, die sich das letzte Geld ihres drogenabhängigen Liebhabers schnappt, aus deren Kaff abhaut und in der großen Stadt in einem veritablen „Etablissement“ den Männern die Köpfe verdreht und den konkurrierenden Künstlerinnen/Frauen ein Dorn im Auge ist…
Geschmackvoller Exploitationer?!
Von Dietrich, Crawford und Co. gelernt, in den Autokinos dieser Zeit zur Schule gegangen und gleichzeitig den Weg für sowas wie „Showgirls“ oder „Hustlers“ freigemacht - „Satan In High Heels“ ist ein spannender und verruchter Wegbereiter! Eigentlich oberflächlich sehr melodramatisch bis soapy, aber durchgängig durchdrungen von einer Menge untergründiger Dunkelheit, Erotik, Verruchtheit und Konkurrenzkampf unter Frauen. Fertig ist ein sinnliche Show mit Abgründen, Frauenpower, durchaus seiner Zeit voraus. Zu jedem „Wow, wie sexy!“ gesellt sich ein „Oh, wie traurig!“. Und man sieht hinter jedem noch so lasziven Blick, Hauch oder Stöhnen eine Menge Melancholie und Tiefe.
Fazit: mindestens mal interessanter Mix aus Jazz, Film Noir, Striptease, Frauendrama, Milieustudie, Melodrama und Krimi… Eine Entdeckung. Ein Kuriosum. Ein Vibe von einem Film. Wenn auch nichts so ganz.