Review

Inhalt:
Eine Band dreht in einem Haus in Venedig ein Musikvideo. Dummerweise hat ein Bandmitglied eine Partitur des sagenumwogenen Teufelsgeigers Paganini erstanden, dummerweise beruht der Song der Band eben auf jener Partitur und dummerweise handelt es sich bei dem Haus, in dem das Musikvideo gedreht wird um die Stätte, an der Paganini damals einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben soll. Vor diesem Hintergrund ist es nicht weiter verwunderlich, dass bald ein maskierter Geiger auftaucht und einen nach dem anderen ins Gras beißen lässt.


Kritik:
Wenn man sich die Story durchliest, hat man die Hoffnung, dass der Film eine "gute Mischung aus Giallo, modernem Slasher und atmosphärischem Spukhausfilm" bietet, so wie es die Aufschrift der X-Rated DVD verspricht. Aber ich nehm’s mal vorweg: Der Film bietet keine "gute Mischung aus Giallo, modernem Slasher und atmosphärischem Spukhausfilm".

Ich finde die Story äußerst abstrus, da einige Dinge geschehen, die für mich nicht so ganz nachvollziehbar sind. So kauft ein Bandmitglied für teuer Geld die Partitur Paganinis vom Teufel (die Zahlenkombination "666" an seinem Koffer sagt alles), welcher dann mit dem Geld auf einen Turm kraxelt und die Scheine gackernd zum Fenster rauswirft. Oder die Frau, die in ihrer Kindheit Mami beim Baden mit dem Fön überraschte und nun gefangen in einer Zeitschleife zur Strafe als Opfer des Geigers herhalten muss. Oder die andere Zeitebene, in der alle gefangen sind. Oder die "Das Dorf der Verdammten"-Glocke rund um das Haus. Oder...oder...oder.

Hinzu kommen sehr langatmige und unglaubwürdige Dialoge, die von äußerst untalentierten Darstellern gesprochen werden. Besonders die Darstellerin, die die Leadsängerin verkörpert, weiß zu nerven, da sich ihre Leitungen darauf beschränken, komisch zu gucken oder rumzukrakelen. Selbst Donald Pleascence bleibt seiner Linie aus den "Halloween"-Sequels treu und kann nicht ernst genommen werden. Lediglich Daria Nicolodi (die Ex von Großmeister Dario Argento) kann halbwegs überzeugen, aber vielleicht liegt das auch an meiner rosaroten "Profondo Rosso"-Brille. Angeblich, wenn man dem Audiokommentar von Luigi Cozzi glauben darf, soll sie auch wieder, wie schon bei einigen Argentos, am Drehbuch mitgeschrieben haben, aber das wage ich auf Grund des Resultats einfach mal zu bezweifeln.

Dass Luigi Cozzi früher dem mächtigen Dario Argento über die Schulter schauen durfte, merkt man diesem Film an, denn Cozzi verwendet in "Suspiria"-Manier blaue und rote Farben, nur dass dies hier nicht halbso gelungen ist, wie in dem wohl besten Film aller Zeiten.

Die wenigen blutigen Effekte können den Film auch nicht mehr retten. So gibt es zwar einige würzige Pieksereien und einen Kopfzermatscher, aber das wars dann schon.
Wirklich albern sind die Stellen, bei denen die blauen Blitze zum Einsatz kommen, z.B. bei dem bereits erwähnten badenden Fön oder bei der bereits erwähnten unsichtbaren Barriere rund um das Haus. Zur Verteidigung muss man hierzu sagen, dass diese Blitze nur zum Test verwendet wurden und später noch bearbeitet werden sollten, aber dazu reichten dann weder Zeit noch Geld (vielleicht hätte es Donald Pleascence nicht aus dem Fenster werfen sollen *g*).

Genug gemeckert, zwei Dinge haben mir gefallen. Zum einen die Szene, in der die Leadsängerin einen Raum betritt, in dem ein Sarg steht, aus dem Paganini gehüpft kommt und sie niedersticht, was sich dann als [Spoiler/Anfang] Teil des Musikvideos[Spoiler/Ende] herausstellt und zum anderen die umfunktionierte Geige, aus deren Ende ein Messerchen lugt.
Interessant finde ich den Audiokommentar von Herrn Cozzi (auch wenn er sich stellenweise wiederholt) himself auf der X-Rated DVD, da der Mann unter anderem einige nette Zitate aufdeckt, die ich so nicht bemerkt hätte.

Fazit: Dieser Film ist echt zum Cozzien (entschuldigt, der musste einfach eingebaut werden!).

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