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Großartige Darsteller und eine skurrile Story machen "Grabgeflüster" zu einer herrlichen, schwarzhumorigen Komödie, wie sie so wohl wirklich nur aus England stammen kann. Dabei wurde das Drehbuch ursprünglich für eine in den USA spielende Handlung geschrieben, kam aber letztlich dann doch dahin wo sie einfach hin gehört: Nach Wales. Regisseur Nick Hurran, der bisher hauptsächlich für das britische Fernsehen gearbeitet hat, zeigt dabei nicht nur ein geschicktes Händchen im Umgang mit den Darstellern sondern auch hinsichtlich der Story.

Die dreht sich um den schüchternen Beerdigungsunternehmer Boris Plotz (Alfred Molina), der in einem kleinen Walisischen Kaff den Familienbetrieb leitet. Als er durch einen Todesfall seine Jugendliebe Betty (Brenda Blethyn) wieder trifft, die mittlerweile mit dem Stadtrat verheiratet ist, flammen bei beiden die alten Gefühle wieder auf, und gemeinsam hecken sie einen Plan aus, wie sie zusammen durchbrennen können.
Allein schon dieser Plan und die Durchführung dürften bei jedem der sich auch nur im Entferntesten am britischen Humor erfreuen kann, für Begeisterung sorgen. Dazu kommen herrliche Charaktere, bei denen insbesondere Christopher Walken als Konkurrent von Boris heraus sticht. Spätestens bei den "Event-Beerdigungen" bleibt dann wirklich kein Auge mehr trocken - vor Lachen wohl gemerkt. Dazu gibt es noch den Notgeilen Stadtrat, seine Sekretärin die ein Flittchen erster Güte ist, eine bösartige Schwiegermutter und noch vieles mehr. Auch die Geistershow am ende muss man gesehen haben.

Der Humor ist dabei immer liebenswert, besitzt aber doch genügend typische britische Schwärze um zu überraschen und um immer wieder für Szenen zu sorgen die man so schnell nicht vergisst. Dabei bleibt der Film aber immer charmant und vergisst auch die Romantik nicht, denn die ist schließlich der Auslöser für alles was sich im Film zuträgt. Doch auch hier wird eindeutig nicht übertrieben und es wird nie in Richtung Schnulze abgedriftet. Einzig der etwas überflüssige Charakter des kleinen Waisenjungen wirkt da etwas störend, aber da sieht man dann doch gerne drüber hinweg.

Die Darsteller sind alle großartig besetzt und spielen mit sichtlicher Freude und Begeisterung. Alfred Molina darf so nicht nur sein komödiantisches Talent beweisen, sondern auch noch einige Tanzszenen mit Brenda Blethyn aufs Parket legen, die eine herrliche Hommage an "Ginger & Fred" darstellen. Auch Lee Evans, der in Jackie Chans "Das Ammulett" noch einer der größten Störfaktoren war, überzeugt hier als Christopher Walkens Assistent, und ja, auch die beiden haben ihren Tanzauftritt, der natürlich ebenso souverän gemeistert wird. Christopher Walken´s Charakter gibt dem Film dabei überhaupt erst die richtige Würze und so merkt man ihm auch deutlich an, das er beim Dreh in Wales durchaus seinen Spaß hatte. Brenda Blethyn spielt wunderbar und zeigt nach "Grasgeflüster" einmal mehr das sie in britischen Komödien wunderbar aufgehoben ist. Naomi Watts als Flittchen und Robert Pugh als Stadtrat runden den erstklassigen Cast perfekt ab.

Nick Hurran hat mit "Grabgeflüster" eine erstklassige britische Komödie abgeliefert, die man als Fan des Genres gesehen haben muss. Hier stimmt wirklich (bis auf einige winzige Ausnahmen) alles zusammen. Die Charaktere, der Humor, die Story, die Darsteller, alles was man sich nur wünschen kann. Fans von "The full monty" und "Grasgeflüster" sollten unbedingt einen Blick riskieren, denn das hier ist britischer Humor so wie er sein soll und beste Unterhaltung.
8 von 10 Punkten.

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