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In den Siebzigern war der verrückte Wissenschaftler mit seinen verbotenen Experimenten im Geheimlabor eigentlich nicht mehr allzu sehr angesagt. Regisseur Anthony M. Lanza sah darin allerdings die Chance, ein wenig nackte Haut mit kleinen Gewalteinlagen zu verbinden, während die offensichtlichen Tricks Futter für Trashfans liefern.

Kaum ein halbes Jahr ist Linda (Pat Priest) mit dem Wissenschaftler Roger (Bruce Dern) verheiratet, schon fühlt sie sich vernachlässigt, da ihr Mann jede freie Minute im Labor verbringt, um Tiere mit zwei Köpfen zu erschaffen. Als der flüchtige Serienkiller Cass (Albert Cole) auftaucht und kurzfristig außer Gefecht gesetzt wird, sieht Roger die Chance gekommen, die Experimente auf Menschen auszuweiten…

Ein kleiner Vorläufer zu „Human Centipede“, der jedoch nicht allzu garstig erscheint, obgleich innerhalb der ersten fünf Minuten bereits zwei Leichen zu sehen sind. Während sich andere Fachleute Mühe geben, etwa siamesische Zwillinge zu trennen, versuchen Roger und sein Kollege Max (Berry Kroeger) das Gegenteil, indem sie Viecher mit zwei Köpfen erschaffen. Ein genauer Nutze erschließt sich hierbei nicht, medizinische Ansätze werden der Schlichtheit wegen natürlich nicht geliefert.

Nachdem die Kreatur (hauptsächlich ein geistig zurückgebliebenes Riesenbaby und der Kopf des Killers nebenan) aus dem Labor ausbricht, ist immerhin ein wenig Leben drin, denn es mischen die obligatorischen Knutschpaare ebenso mit wie moralisch abtrünnige Rocker, während zuletzt die Hunde, die Cops und der Mob auf den Plan treten.

Die Tricks fallen derweil durchschaubar aus, denn von hinten und aus der Distanz stapft der Riese mit fixierter Attrappe durch die Gegend, bei Nahaufnahmen steht der „Angenähte“ einfach nur dicht hinter der Schulter. Eigentlich schade, dass das Pappmacheimitat beim Gehen nicht hin und her wippelt. In Sachen Gewalt ist indes nicht allzu viel mitzunehmen, ein eingeschlagener Schädel und eine Schusswunde bewirken keinen nachhaltigen Eindruck.

Gleiches gilt für den Großteil der Mimen, deren Schwachsinnsdialoge meist nicht hilfreich sind. Am besten schneidet noch Pat Priest ab, die Jahre zuvor die brave Marilyn bei den „Munsters“ gab. Bruce Dern mogelt sich auf Sparflamme durch, während Kollege Kroeger mit nur einem Gesichtsausdruck auskommt. Albert Cole fällt als Serienkiller dem Overacting anheim, während John Bloom als Bauernjunge Danny durch seine enorme körperliche Präsenz auffällt und zumindest diesbezüglich die passende Wahl darstellt.

Sonderlich spannend gestaltet sich der Stoff nicht, einige Szenenübergänge irritieren aufgrund holpriger Abfolge, nur der bassbetonte Score punktet ab und an. Die Frankenstein-Variante erweist sich als interessant genug, um Exploitationfans und Trash-Anhänger passables Material zu liefern, Einfallsreichtum und eine aufwendige Produktion sehen allerdings anders aus.
5 von 10

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