Das Wiedersehen langjähriger Freunde ist ein beliebter Ausgangspunkt, welcher in nahezu allen Genres Verwendung findet, selbst im Horrorbereich („ES“). Für seichte Unterhaltung ist er natürlich prädestiniert, nur leider vermittelt „Palm Beach“ eher den Eindruck eines überlangen Werbevideos für Softdrinks, anstatt zu irgendeiner Zeit ein Gefühl von Dringlichkeit zu verdeutlichen.
Palm Beach im Norden Sydneys: Der ehemalige Musikmanager Frank (Bryan Brown) feiert seinen Geburtstag mit ehemaligen Bandkollegen und Anhang. Während man anbei mit dem Bau eines Pizzaofens beschäftigt ist, dringen Probleme an die Oberfläche, die eigentlich vor zwanzig Jahren erledigt schienen…
Es ist die Liga der Schönen und Reichen, die eher mit Problemchen zu kämpfen haben, statt existenziellen Fragen nachgehen zu müssen. So hadert eine alternde Schauspielerin mit ihrer begrenzten Rollenauswahl, die Musiker schwelgen natürlich in Nostalgie, während die wenigen U-60er eigentlich kaum zur Geschichte beitragen. Insgesamt kommt kaum jemand sympathisch rüber, außer vielleicht Franks Ehefrau (Greta Scacchi), da sie in einigen Situationen emotionaler als andere reagiert.
Etwaige Konflikte wirken beinahe beiläufig abgehandelt, selbst als ein Unfall alles auf den Kopf zu stellen droht oder eine Vaterschaftsangelegenheit im Raum steht. Das gleicht der Dramaturgie einer Seifenoper, da vor hübscher Kulisse alles weichgespült wird, von Eskalation weit und breit keine Spur.
Aber auch die vagen Aufheiterungen bringen nicht viel und sind arg auf Klischees ausgelegt, so dass die Damen ihre Probleme bei der morgendlichen Gymnastik haben, während Potenzprobleme beim Mann mit einem kurzen Männerzwiegespräch beiseite geschoben werden. Ein leichtes Augenzwinkern hätte hier und da womöglich mehr bewirkt.
Einzig einige Namen wie Sam Neill oder Richard E. Grant können das magere Treiben neben den oben genannten noch ein wenig aufpolieren, obgleich das Strandszenario mit hübschen Anwesen bereits recht glatt gebügelt daherkommt und zumindest ein wenig Fernweh auslöst.
Auch die Songauswahl von Interpreten von Steppenwolf über Frank Sinatra bis zu Donovan und Joe Cocker kann sich hören lassen, allerdings passt der jeweilige Song nicht immer zur Situation.
Insgesamt kommt „Palm Beach“ zu keiner Zeit zum Punkt und mäandert stattdessen in oft angedeuteter Dekadenz von Nichtigkeit zu Nichtigkeit, ohne dass es auch nur ansatzweise spannend wird oder gar emotional zur Sache geht. Eine Tragikomödie die weder sonderlich witzig ist, noch in die Tiefe geht verfehlt klar ihr Ziel und dürfte nur schwerlich eine Zielgruppe finden.
3,5 von 10