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Im Gegensatz zu Zombies und Vampiren haben sich Werwölfe in den vergangenen Jahren ein wenig rar gemacht. Umso erfreulicher, dass die Biester mal in einer eher untypischen Epoche auftauchen. Weniger erquicklich ist, was Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Stuart Brennan daraus gemacht hat.

Antike, einige Jahrzehnte nach Christus: Eine römische Legion befindet sich in Kaledonien (Schottland), um nach vier vermissten Boten zu suchen. Bald schon entdecken sie den möglichen Grund des Verschwindens…

Brennan gehen offenbar die Grundideen aus. Bei seinem Vorgänger „Necromancer – Das Böse in Dir“ latschten ein paar Leute durch den Wald bis das Böse auftauchte. Hier verhält es sich genauso, nur dass man in Schottland statt im Schwarzwald unterwegs ist.
Einige Gegenden schüren zumindest Atmosphäre und ein paar Vogelperspektiven sind ebenfalls gelungen.

Bei der Zusammensetzung der römischen Truppe stellen sich indes Unzulänglichkeiten ein. Unter den anfangs zehn Personen befinden sich drei Frauen, was per se schon untypisch ist. Mehr noch: Eine ist Germanin, eine Afrikanerin, eine war Sklavin. Immerhin sind die Figuren einigermaßen glaubhaft besetzt und die Kostüme fallen nicht gänzlich aus dem Rahmen, wobei das Kollektiv bereits nach kurzer Zeit die Schutzhelme hinter sich lässt, weil die beim Dreh wahrscheinlich eher hinderlich waren.

Von einem Wolf ist derweil wenig zu sehen und genauso wenig zu hören. Über ein millisekundenschnelles Huschen kommt man lange nicht hinaus, stattdessen wird über die Bedrohung geredet. Und noch mehr geredet, bis die Dialoglast im Mittelteil beinahe erdrückend wirkt. Die wenigen Schwertkämpfe im ersten Drittel geben wenig her, der Besuch bei einem Blinden fällt kaum informativ aus und selbst die Pikten (Schotten) lassen sich nicht blicken.

Erst in den letzten Minuten wird die Bedrohung konkreter und gleichzeitig stellt sich Ernüchterung ein, denn die Maskerade der vermeintlichen Wölfe kommt nicht über normal beharrte, menschliche Oberkörper, schief hervorstehende Zähne und klobige Fingernägel als Pranke hinaus. Die FSK16 erscheint da beinahe schon zu hoch gegriffen, denn bis auf einen aufgespießten Körper stellen sich kaum Blutszenen ein.

Folgerichtig zählt dieser britische Lykanthropenfilm beileibe nicht zu den Highlights seiner Zunft. Nur selten Spannung, kaum Konfrontationen, null Humor und ein tauglicher Sympathieträger will sich auch nicht so recht einstellen. Das weitgehend offen gehaltene Ende läutet bereits nach 80 Minuten den Abspann ein und lässt resümieren, dass Werwölfe in der Antike auf diese Art und Weise nichts taugen.
3,5 von 10

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