Eben nur die kleine Schwester… oder immerhin?
Über die Anfangszeit der Pandemie und in einer Hochphase des Hypes um „Stranger Things“ wurde auch „Enola Holmes“ für Netflix zu reinem glasklaren Hit - über die kleine Schwester vom großen Sherlock, die von zuhause ausbüchst, als Teenagerin nach London geht und selbst zur gefragten Detektivin wird…
Etwas mehr Stil für das große rote N
Leicht kann man „Enola Holmes“ als „Little Girly“-Version ihres großen Bruders abtun - und irgendwie stimmt das schon. Mädels U16 sind definitiv die Hauptzielgruppe, das erkennt man schon an diesem ersten Teil. Aber als Beleidigung muss das absolut nicht gelten und das Erwachsene daran gar keinen Spaß haben können könnte kaum weiter von der Wahrheit weg sein. Fräulein Bobby Brown hatte damals noch Charme, Frische und Ausdruck (im Gesicht). Wenig Kohle hat Netflix sicher und sichtbar nicht in dieses Vehikel gesteckt. Und dieser erste Fall samt charakterlicher Ursprungsgeschichte ist alles andere als übel umgesetzt. Das hat Schwung, das ist nicht komplett dumm. Über zwei Stunden hat das kaum Recht zu gehen. Aber echte Langeweile kommt auch nicht auf. Das hat vor allem eine gewisse Naivität, Jugendlichkeit, ein Tempo und eine positive Frechheit, was ja alles zur Zielgruppe und zum jüngeren Publikum passt. Sein Ziel hat „Enola Holmes“ damit berechnend und konsequent erreicht. Und war wohl ein wichtiger Schritt für Netflix Millie Bobby Brown als ersten echten „hauseigenen“ Star zu etablieren oder zumindest zu testen…
MilliEbag
Fazit: Süß, nett, okay… „Enola Holmes“ ist ein vollkommen passables kleines Netflix- und „Millie Bobby Brown“-Vehikel. Nicht mehr, nicht weniger. Gute Laune-Streaming für den hohlen Zahn. Originstory done quite right. Etwas lang, etwas flach, etwas selbstreferenziell. Aber nie und nimmer hassenswert. Da hat Netflix viel, viel, viel Schlimmeres im Programm.