In den 80ern und 90ern war es Usus durch Videotheken zu schlendern, um eventuell bei besonders auffälligen Covern innezuhalten. Mittlerweile sind bis zu vier Cover pro Film im Umlauf, doch das einer spärlich bekleideten Frau vor morbidem Hintergrund lässt aufhorchen, zumal das Werk vielerorts als Mystery klassifiziert wird.
In Madrid kommt es zu einem TV-Interview mit der Luxusprostituierten Sofia (Ana Rujas). Sie berichtet von dem Kunden Jano (Jorge Roldan), der sich als Hugo ausgibt, ein erfolgreicher Geschäftsmann, der sich scheinbar in die attraktive Dame verliebt. Doch ist er wirklich das, was er vorgibt zu sein?...
Beim Langfilmdebüt des Regisseurs Alejo Moreno handelt es sich um ein preisgünstig abgedrehtes Werk mit deutlichem Kammerspielcharakter und Fokus auf zwei Protagonisten.
Kaum Außenaufnahmen und nur wenige Nebenschauplätze, geht es um das Spiel mit Identitäten. Fast beiläufig und schon deshalb recht auffällig wird der Klassiker „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ erwähnt und es ist früh offensichtlich, dass wenigstens Jano, alias Hugo ein falsches Spiel zu treiben scheint.
Wäre da nicht die überaus wandelbare Ana Rujas als Sofia, verflöge das Interesse im Nu. Von Verführung über Dominanz hin zur gebildeten und kultivierten Kunststudentin liefert ihre Figur viele Facetten, während der Charakter des Jano eher durchschaubar angelegt ist, was die ebenfalls solide darstellerische Leistung von Jorge Roldan nicht schmälern soll.
Die Annäherung der scheinbar ungleichen Persönlichkeiten zieht sich anfangs merklich, erst ab der zweiten Begegnung kommt Bewegung ins Spiel, nicht nur auf psychologischer Ebene.
Allerdings hat sich der Stoff, trotz seiner limitierten Inszenierung etwas zuviel vorgenommen. Da gibt es einerseits das Verwirrspiel um wahre Persönlichkeiten und Absichten, anbei werden einige Folgen der Wirtschaftskrise durchleuchtet und die Macht der Medien wird ebenfalls thematisiert. Die titelgebende Diana entpuppt sich indes als Teil des Identitätenwirrwarrs, ihre Aussagen über eine über allem stehende, freie Künstlerin erscheinen in diesem Kontext ausgesprochen unsympathisch.
Wer sich durch die knapp 108 Minuten Laufzeit friemelt, muss zwangsläufig einiges an Geduld mitbringen und dennoch lohnt sich der Weg bis zur wenig überraschenden Auflösung nur bedingt. Viele Dialoge, nicht minder wenige Nahaufnahmen von Gesichtern und ein eher beruhigender Score zwischen Schubert und Beethoven können auf Dauer ermüdend wirken. Die soliden Mimen kompensieren zwar einige Schwächen, doch die unaufgeregte Mischung aus Drama und Thriller mit leichtem Arthouse-Anstrich lässt, trotz erotischer Anleihen eher kalt.
4 von 10