Review
von Leimbacher-Mario
Überlebenswichtig
Über die Legende und den Mythos Bruce Lee wurde schon viel gesagt, behauptet, gefilmt. Warum „Be Water“ dennoch seine Daseinsberechtigung und genug Neues zu sagen hat?
Mein Vater verehrt Bruce Lee wohl wie keinen zweiten Kampfsportler wie Schauspieler. Daher waren auch für mich schon ganz früh seine vier Filme und die Person samt Kunstfigur von größtem Interesse. Und natürlich konnte auch ich mich seiner unnachahmlichen Faszination nicht erwehren. Allein „Enter The Dragon“ könnte ich gefühlt problemlos wöchentlich gucken. Da lässt man „Be Water“ natürlich nicht allzu lange links liegen. Gefüllt mit persönlichen Kommentaren und Interviews von Bruce sowie seinem Familien- wie Freundeskreis, mit etlichen interessanten wie imposanten Fakten und Infos, ohne je allzu beschönigend oder flashy zu werden. Sehr auf dem Boden geblieben, sehr philosophisch und doch allgemeingültig gehalten. Da kommt man definitiv eher dem Mann und der Seele von Lee näher als der steinharten Kunstfigur. Obwohl bei ihm beides wohl krasser und nahtloser verläuft als bei nahezu jedem anderen Star. Er ist einfach eine Klasse für sich, dessen Tod noch immer überaus tragisch und rätselhaft erscheint, jedoch natürlich seinen Status nur noch mal auf ewig zementiert hat. Er bleibt nun immer der dreißigjährige Supermann und Revoluzzer, Rebell und Ehemann, Vater und Fighter, Lehrer und Dorn im Auge vieler. „Be Water“ wirkt traurig und informativ, bewundernd und begreifend, herzlich und hart zugleich. Darf sich (nach der unnötigen Darstellung in „Once Upon a Time In Hollywood“) gerne auch ein Tarantino nochmal zu Gemüte führen.
Fazit: sehr persönlich, sehr stark, sehr kraftvoll - einem Bruce Lee fast würdig. Definitiv Pflichtprogramm - selbst für den Gelegenheitsfan des charismatischen Superstars und Meisters! Vielleicht minimal zu politisch. Aber auch das war eben kein kleiner Teil von Bruce bzw. dem Weg, den er mutig und selbstbewusst eingeschlagen hatte.