Review
von Leimbacher-Mario
New-Gen-„Taxi“?
„Verirrte Kugel“/„Lost Bullet“/„Balle perdue“ erinnert etwas an die Reihen „Transporter“, „Mechanic“, „Taxi“ und auch den ersten „Fast & Furious“, ist im Endeffekt aber für mich trotz krachend-klassischer Actionsequenzen und einem fast altmodisch-geraden Krimiaufhänger kein weiterer Franzosen-Hit für Netflix. Wir folgen einem Knasti, Mechaniker und Autoexperten, der von einer Spezialeinheit der Polizei eine zweite Chance bekommt und für sie Boliden repariert und frisiert. Doch als innerhalb der Gruppe ein Verrat geschieht und sein Vorgesetzter, sein engster Vertrauter, in seinem Lieblingsauto (Renault 21, 2L Turbo) erschossen wird, gerät er mal wieder ins Visier und unter Verdacht - und muss nun das Fahrzeug inklusive stecken gebliebener Patrone ausfindig machen, um seine Unschuld zu beweisen...
Was besonders stark an diesem Franzosen-Cop-Thriller ist? Die handgemachten Stunts, die krachende Action, die flotten Verfolgungsjagden und eine famose Klopperei im Revier. Ansonsten hat der gedrungene Hauptdarsteller noch eine einigermaßen raue, aber dennoch sympathische Aura und die Geschichte hält nichts vom Fahren von Umwegen. Das hat definitiv etwas vom Bahnhofskino des 21. Jahrhunderts oder ist zumindest gehörig plump, exploitativ und hartgekocht. Das reicht für einen knochentrockenen Einstieg in einen Männerabend oder als filmischer Absacker. Für ein komplett „frisches“ Siegel für meinen Geschmack allerdings nicht ganz. Dazu verläuft die Geschichte zu sehr in ihren vorausgesetzten Bahnen, dafür wirkt alles etwas zu klein und fingerübung-like, dafür haben dann alle Beteiligten doch nicht genug Flair, Charisma und Ausstrahlung. Selbst wenn wirklich Erinnerungen an frühe statham'sche Erfahrungen wach werden. Aber es ist eben die Hosentaschenversion und bleibt nie länger hängen, als es muss. Das wirkt wie ein Film von Stuntmännern und -frauen.
Fazit: eine beliebige Krimistory trifft auf handgemachte, harte Action zu Fuß und im Auto. „Verirrte Kugel“ aus Frankreich reiht sich im guckbaren, aber schnell vergessenen Mittelmaß ein.