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Kaum ein paar Wochen im Knast, bekommt Autoschrauber Lino ein Angebot von der Polizei. Deren Autos brauchen ein Tuning für den Kampf gegen Drogenschmuggler, doch Lino ist bald dank Kollegen mit Dreck am Stecken selbst auf der Flucht. Guillaume Pierret erzählt in knapp neunzig Minuten die Geschichte, wie Lino nun seine Unschuld beweisen will. Zumindest bezüglich des Mordes, der ihm hier angehängt wird. Dieser Plotpunkt ist eher generisch konstruiert, das Skript springt zwischen der Seite Linos und der der bösen Bullen hin und her. Dabei ergeben sich Situationen, die schnell geklärt wären, wenn man nur mal ausreden lassen oder zuhören würde – und genau deswegen so nicht stattfinden. Ein erzählerisch durchschaubarer wie ärgerlicher Kniff.

Das oft angepriesene Actionfeuerwerk mag ich hier nicht erkennen. Immerhin im Finale wird es mal rasanter mit Blechschaden, ansonsten wartet man auf sowas eher vergebens. Immerhin, und das darf man „Lost Bullet“ zugute halten, sieht das Ganze greifbar und nach Handarbeit aus. Und so bin ich einfach mal dankbar, dass das hier nicht das x-te CGI-Massaker geworden ist. Dazu gibt es manchen Nahkampf und auch dieser ist angenehm geerdet umgesetzt. Darstellerisch gewinnt hier keiner einen César, für das Werk ist das aber alles solide und Sète wirkt als Kulisse angenehm unverbraucht. 

„Was ich brauche, ist ein Zauberer.“

Netter kleiner Thriller mit generischer Grundgeschichte in solider Umsetzung. Nach den Vorschusslorbeeren habe ich mehr Action erwartet, immerhin ist diese bei Auftauchen aber griffig und dadurch schon eine Wohltat fürs Auge. Wäre mit mehr PS-Krawall und einem weniger konstruiert erzählten Ablauf noch ein gutes Stück besser.

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