Review
von Leimbacher-Mario
Die Geister, die ich erschiess
Eine Truppe US-Soldaten gerät im zweiten Weltkrieg hinter deutschen Linien in ein altes Herrenhaus, das scheinbar eine grausame Vergangenheit besitzt und nun von rachsüchtigen Geistern besetzt ist, die die Männer nicht unbeschadet wieder entlassen werden...
„Ghosts of War“ wirkt ein wenig gehetzt und überambitioniert, da hätten ein paar Minuten zum Atmen und Entfalten sicher gut getan. Und das sage ich selten. Aber hier wirkt alles wirklich deutlich gekürzt und nur touchiert. Und das nicht nur gegen Ende. Dennoch sind mir Ambition und Mut natürlich lieber als wieder mal Stangenware. „Ghosts of War“ wirkt manchmal wie eine strange Mischung aus Blumhousestangenware, Kriegs-B-Movie und „Black Mirror“ oder „Assassins Creed“ - was erst mal interessant und kurvig genug sein dürfte. Außerdem ist es schön, endlich mal wieder etwas von „Butterfly Effect“-Regisseur Eric Bress zu sehen. Um den Mann war es viel zu lang still. Die junge Reckenriege in diesem überraschenden Kriegsgrusler kann sich sehen lassen, es gibt etliche Wendungen, die man wirklich nicht kommen sieht und vor allem die Kriegsfilmanteile funktionieren. Die ungewöhnliche Kombo sieht man auch nicht alle Tage und es geht nicht zimperlich zur Sache. All das lässt mich grundsätzlich von einer positiven Überraschung sprechen. Murks it's not. Wäre nur der Horroranteil etwas ausgefeilter und würde dem Finnish nicht vollkommen die Luft ausgehen - dann wäre das hier ein „gut“. Jumpscareflut tut nur eben selten gut.
Fazit: Krieg ist die Hölle! „Ghosts of War“ ist kreativ genug und im aktuellen stromlinienförmigen Genregeschäft fast schon speziell. Selbst wenn „Butterfly Effect“ damals deutlich besser war, dass Ende einen ärgerlich im Regen stehen lässt, die Gruselelemente sehr beliebig erscheinen und es sich weder für Kriegs- noch für Horrorfilm entschieden wird. Dennoch: immerhin keine reine Zeitverschwendung!