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Als in geselliger Runde die Theorie eines norwegischen Wissenschaftlers zur Sprache kommt, beschließen vier Freunde, allesamt Lehrer an einer Schule in Dänemark, dessen skurrile These mal anzutesten. Der Norweger geht nämlich davon aus, dass der Mensch sich falsch entwickelt hat & deshalb sein Alkoholspiegel um 0,5 Promille zu niedrig sei. Anders gesagt: Wenn man sich 0,5 Promille antrinkt, ist man dort, wo man sein sollte, um sowohl im Sozial- als auch im Berufsleben die besten Leistungen abzuliefern. Tatsächlich stellen sich bei den Probanden verblüffende Erfolge ein. Probleme ergeben sich erst, als Martin (Mads Mikkelsen) vorschlägt, noch etwas mehr zu tanken. Das sollte theoretisch doch auch noch mehr bringen...

Ich war ja skeptisch & das Intro mit dem Kistenlauf, wo heftig gesoffen & gekotzt wird, hat meine Skepsis noch verstärkt. Doch ich tauchte da durch, habe ich doch uneingeschränktes Vertrauen in Mads & seine Rollenwahl. Und siehe da: Druk wird gut. Druk wird besser. Druk wird großartig. Und was der Mads da abzieht, besonders am Ende, das muss man sehen, das kann man nicht in Worte fassen. Regisseur Thomas Vinterberg gelingt es, einen Film übers (salopp formuliert) Saufen zu drehen & den Zuschauer dabei auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitzunehmen, wenn seine Helden durch ihre Midlife-Krisen torkeln. Das ist einerseits tragikomisch, das ist andererseits aber auch packend wie ein Thriller. Definitiv ein Film, der mir (lange) in Erinnerung bleiben wird.

Und die Moral von der Geschicht? Saufen ist gut, zu viel saufen nicht.

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