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Schonungsloser, aber genauso naiver und klischeeüberladener Nun ,- Hexploitationhorror um eine vom Belcebub besessene Nonnenschülerin, die ihre Anstalt in das blasphemische Chaos stürzt. Der gut ausgestattete, Anfangs sehr trashig wirkende Film prangert indes mit harscher Symbolik und eindeutigen Szenen die katholische Kirche mit all ihrer Falschheit an, und auch Alucarda verkörpert ihren Wahnsinn perfekt. Wer den etwas zaghaften Filmbeginn übersteht und fähig ist über den Tellerrand solcher Sleazekracher zu schauen, bekommt ziemlich gelungene Bilder geliefert, die in ihrer Gesamtheit sehr verstörend sein könnten und auch allzu surreale Anzüge annehmen. Allzu Gläubige sollten aber fernbleiben, auch wenn Einiges heutzutage sehr unbeholfen und unfreiwillig komisch, dar der Überspitzheit, wirkt. Alucarda ist aufgrund ihrer dämonischen Schönheit ein besonderer Filmleckerbissen der etwas anderen Art. (8/10)
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Mexikanischer Okkult-Horror aus dem Jahre 1978 von Juan López Moctezuma, der aus seinen vermutlich eingeschränkten Möglichkeiten eine Menge herausholt und sich mit fortwährender Spieldauer zu einem wahren Horror-Inferno entwickelt. Zunächst erinnert „Alucarda“ noch an europäische Exploitation und ist von einem trashigen Charme umgeben, stellenweise aufgrund der unzureichenden schauspielerischen Leistungen der allerdings bildhübschen Hauptdarstellerin sogar unfreiwillig komisch. Ausufernde Nacktszenen und Auftritte von Gestalten, die mehr an Fantasy-Märchen denn an beinharten Horror erinnern, tragen ihr Übriges dazu bei. Der Film steigert sich dann aber zu einem wunderbar blasphemischen, negativen, fast schon surrealen Horrorerlebnis mit reichlich schockierenden Szenen und blutigen Spezialeffekten und einer unheimlichen, künstlerischen Atmosphäre. Wenn der Abspann einsetzt, hat der Genre-Vielgucker das Gefühl, tatsächlich einmal etwas Besonderes gesehen zu haben.