In einem Düsterfilm geschieht es äußerst selten, dass sich Menschen in einer abgelegenen Hütte einfinden und am Ende alle wohlauf die Heimreise antreten. Regiedebütantin Caitlin Koller hätte dieses Kunststück beinahe fertig gebracht, denn der Blutgehalt tendiert gegen Null.
Walworth, Wisconsin: Max ist tot. Deshalb lädt seine Frau Sylvia einige ehemalige College-Freunde zur Beerdigung ein, die einige Tage in einer geräumigen Ferienhütte verbringen sollen. Doch etwas scheint die frisch gebackene Witwe zu verheimlichen, während sich die Stimmung unter den Trauergästen zusehends verschlechtert…
Drehbuchautorin Seana Kofoed, die hier eine Nebenrolle bekleidet, bringt nicht einmal ansatzweise einen Sympathieträger hervor. Entweder jemand trinkt zuviel, stochert in alten Wunden herum, verhält sich komplett egoistisch oder lässt sich wie ein Hund herumkommandieren. Nahezu eine Stunde wird damit verbracht, alte Geschichten herauszukramen, während böse Vorzeichen an einer Hand abzuzählen sind. Selbst das erwähnte Unwetter wird kaum visualisiert.
Stattdessen latschen die Figuren nach geraumer Zeit ziellos durch die Räumlichkeiten oder den angrenzenden Schuppen, während früh klar ist, dass entweder Totgeglaubte länger leben oder jemand ein makaberes Spiel mit den einstigen Schülern treibt.
Was auch als Komödie gedacht war, verpufft indes völlig. Ein paar Spitzfindigkeiten generieren noch nicht einmal müde Schmunzler, Situationskomik gibt es gar nicht und was das übertriebene Gebären des Antagonisten betrifft, so sieht dies wie schlichtes Overacting aus, nicht wie die Parodie auf einen Bilderbuchbösewicht.
Bis auf jenes Overacting ist den Mimen jedoch nicht viel vorzuwerfen, da überwiegend bodenständig und glaubhaft performt wird und auch die Kameraarbeit ist passabel. Der Score fällt allerdings gar nicht auf und auch der Einsatz von Spezialeffekten hält sich in Grenzen, zumal diese überwiegend Klischees bedienen, wie rote Flüssigkeit aus dem Wasserhahn oder plötzlich hinterm Fenster auftauchende Silhouetten. So ist es mit spannenden Einlagen nicht weit her, allenfalls die Hütte bei Regennacht birgt ein paar atmosphärische Momente.
Entsprechend gerät die Chose erst nach einer Stunde (nach 80 Minuten setzt der Abspann ein) etwas bewegungsfreudiger, wobei der Twist an den Haaren herbeigezogen ist und Details dessen eklatante Logiklücken offenbaren. Was bleibt, ist ein gewaltarmer Thriller, bei dem der Humor genauso wenig zündet wie das zu lange Drumherum.
3,5 von 10