Review

Fargo mit Haaren auf den Zähnen


„The Wolf of Snow Hollow“ ist ein spitzen Werwolfkrimi. Der Zähne zeigt sowohl vom Lachen als auch vom Beißen. Ein ungeschliffener Juwel, bei dem zwar noch mehr drin gewesen wäre, der mir dennoch köstlich gemundet hat... Erzählt wird in der Vorweihnachtszeit von einem geschiedenen Sheriff mit Alkohol- und Wutbewältigungsproblemen in einer eingeschneiten US-Gemeinde wo neuerdings in Vollmondnächten grausam entstellte und zerfleischte Frauenleichen auftauchen - aber dass wahrhaftig ein Werwolf sein Kaff heimsucht, wie immer mehr Leute meinen, will der emotional lädierte Vater einfach nicht glauben...

Einer der letzten Filme mit Robert Foster. Von und mit Jim Cummings (dessen „Thunder Road“ noch immer nicht genug Leute entdeckt haben!). Voller dunkler Lacher und brutaler Schneegestöber. Lynch trifft auf Landis. Humor trifft auf Schock. Selbstzerfleischung in Reinkultur. Eiskalt und doch wie eine wärmende Decke für den Genrefan. Verständlicher Twist. Kompakt und sehr intelligent mit seiner kurzen Zeit haushaltend. „The Wolf of Snow Hollow“ lässt einen schon im Intro nicht mehr wissen wo oben und wo unten ist - und genau nach solchen Erlebnissen sucht der geneigte Filmfreund meiner Meinung nach. Klein. Fein. Oho. Mehr als nur ein Lycanthropenschocker. Aber in dieser Kategorie sicherlich herausragend - natürlich auch weil sie in den letzten Jahren (und auch allgemein) nicht gerade aus allen Nähten platzt. „The Wolf of Snow Hollow“ ist eine sympathische Kutschfahrt durch Winter, Wahn und das Seelenleben eines ziemlich kaputten Mannes. Knackig, bissig, pfiffig. Anders. Das perfekte Doppel mit dem ebenfalls neuen „Hunter Hunter“. 

Fazit: nahe am Instant-Werewolf-Classic! Warmen Kakao schlürfen, kuschelig einpacken, draußen den Schnee rieseln und den Wind (?) heulen lassen, „The Wolf of Snow Hollow“ gucken - ihr werdet’s nicht bereuen! 

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