Review

Karmageddon


Was macht einen guten Katastrophenfilm aus? Die Zerstörung samt bombastischer Effekte? Das Chaos und die Panik in den womöglich letzten Minuten? Das Was-würdest-du-tun-Gefühl? Von allem ein bisschen. Aber noch viel mehr stecken in jedem wirklich guten Katastrophenknaller ultimative menschliche Gefühle, Gesten, Schicksale. Und „Greenland“, in dem Gerard Butler seine kleine Familie ins titelgebende Grönland in einen unterirdischen Bunker bringen muss, da ein katastrophaler Asteroid die Erde umkrempeln wird, stellt genau diese Emotionen, Entscheidungen und eruptive, humane Ausbrüche in den Mittelpunkt. Eine energische, atemlose Flucht Richtung Hoffnung und Schutz. Und einer der besseren Katastrophenfilme der jüngeren Vergangenheit. 

Es gibt auch in „Greenland“ die kitschigen Momente und bay'schen Explosionen, die klischeehaften Figuren und unrealistischen Manöver, das übernatürliche Glück und die dramatischen Dummheiten. Und dennoch packt einen der Film unheimlich, wirkt die dreiköpfige Familie immer glaubhaft und auf dem Boden geblieben, die Zufälle nie zu weit hergeholt und die komplette Inszenierung sehr bedacht, fokussiert und immer auf die Charaktere konzentriert, nie auf Zerstörung und Krach. Das ist erfrischend und wichtig und toll. Als echter Fan von Desaster-Blockbustern hält es einen da kaum auf dem Stuhl - und zwar nicht weil mal wieder der Eiffelturm in die Luft fliegt oder Megatsunamis über Großstädte sausen, davon sieht man kaum etwas - sondern weil man ganz nah bei der sich spürbar liebenden und zusammenraufenden Familie ist und ihnen das Überleben wirklich wünscht. „Greenland“ ist erfrischend unspektakulär und wunderschön basic. Und das Leben findet - genauso wie gute Filme - immer einen Weg. 

Fazit: „Greenland“ ist sowas wie die geerdetere, spannendere und realistischere Version von „2012“. Ein sehr fesselndes und nicht unmögliches Weltuntergangsszenario. Überraschend klasse. Butler on the Run! 

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