1995 war „Toy Story“ der erste komplett am Computer entstandene Animationsfilm. Über Jahre folgte ein Wetteifern zwischen den großen Aushängeschildern Pixar und Dreamworks, wonach auch kleinere Produktionsschmieden entstanden und teils interessante Werke hervorbrachten. Den mexikanischen Filmemacher Leopoldo Aguilar scheinen es Monster angetan zu haben, denn nach „Monster Island“ ist vorliegender Stoff erneut ein Ausflug in eine bunte Monsterwelt.
Schüler Danny erhält ein Stipendium für die Eliteschule Cranston, wo er unter den Genies das schwächste Glied darstellt und vom Lehrer regelmäßig schikaniert wird. Um sich Respekt zu verschaffen, repariert er den seit Jahren still gelegten atomaren Teilchenreaktor und öffnet damit ein Dimensionsportal, durch das Monster ins Umfeld der Schule gelangen. Danny, Kollegin Liz und Mottenmann Juan versuchen das Schlimmste zu verhindern…
Bis die Monster auf den Plan treten vergeht eine ganze Weile, die sich Danny und dem Schulalltag der Genies widmet. Dadurch kristallisiert sich der typische Einzelgänger mit nur wenigen Verbündeten heraus, während sich kein spezifischer Antagonist offenbart. Allenfalls die Monster als Kollektiv, welches mit fliegenden Augäpfeln, säureartigen Schuppentieren und mehräugigen Amphibien das ganz junge Publikum ängstigen könnte.
Erwachsene kommen allerdings auch nicht sonderlich auf ihre Kosten, da mindestens die Hälfte der ohnehin nicht vielen Gags verpufft und Running Gags eher Mangelware sind. Ein kluger Hamster, der sich in seinem Käfig mit technischen Gimmicks auseinandersetzt und der Mottenmann, der ein gut ausbalanciertes Klischee zwischen Mexikaner und Motte verkörpert, bilden eher die Ausnahme. Immerhin wird von Beginn an ein konstant flottes Tempo aufgefahren, Zeit für ein emotionales Intermezzo bleibt da leider nicht, weshalb das Heldentrio nur leidlich zum Mitfiebern einlädt.
Animationstechnisch fällt das Werk ebenfalls durchwachsen aus. Stark sind einige Landschaften in der fünften Dimension, in der allerdings nur ein Bruchteil des Abenteuers stattfindet. Wie sich einige Kreaturen aus Landschaften herausschälen, überrascht hin und wieder, wogegen deren Gewusel auf dem Schulgelände nur bedingt Spannung erzeugt. Die Figuren sind demgegenüber nicht sonderlich markant gestaltet. Speziell Danny und Liz bleiben komplett austauschbar, während der Mottenmann aufgrund seiner hybriden Erscheinung für etwas Abwechslung sorgt, - schon allein durch die vier stets gestikulierenden Arme.
Themen wie Teamwork und Toleranz stehen zwar im Vordergrund, doch der damit verbundene Mangel an Charme kristallisiert sich im Verlauf deutlich heraus. Lustige Hintergrunddetails finden sich ebenso selten wie coole Sprüche, als wäre der Feinschliff auf halber Strecke liegen geblieben. Für Leute mit Faible für anspruchslose Animationsfilme mag es zum Berieseln ausreichen, es ist jedoch kein Streifen, der eine zweite Sichtung schmackhaft macht.
5 von 10