Es gibt Filmprojekte, die mit geringem Budget einfach nicht richtig funktionieren. Bei einer Umsetzung der Artus-Legende, von der ja bereits einige existieren, benötigt man eine angemessene Menge an Komparsen, ein wenig Magie und halbwegs krachende Kämpfe. Von all dem hat Regisseur Giles Alderson herzlich wenig zu bieten.
463 n. Chr.: Vor fünf Jahren verließ König Arthur (Richard Short) Camelot, um gegen die Römer anzutreten. Zwischenzeitlich riss sein unehelicher Sohn Modred (Joel Phillimore) die Macht an sich, um seine Stiefmutter Guinevere (Stella Stocker) zu ehelichen. Arthur und sein Gefolge müssen sich sputen, um die Heimat rechtzeitig zu erreichen…
Eigentlich ein interessanter Ansatz, Arthur als gebrochenen Mann in der späten Selbstfindungsphase zu erleben, der sich irgendwo in Frankreich nur aus Spaß mit einem ortansässigen Fettklops balgt, jede Menge säuft und die anschmiegsame Prostituierte dazu bringt, sich rasch wieder anzukleiden, denn schließlich ist er ja noch verheiratet. Doch in die Tiefe geht die Figurenzeichnung zu keiner Zeit.
Das eigentliche Problem ist die langsame und weitgehend langweilige Rückkehr mit einer überschaubaren Handvoll Gefährten, welche die meiste Zeit relativ gefahrlos durch den Wald latschen. Derweil taucht Merlin erst nach einer halben Stunde auf, schwafelt ein paar ermutigende Worte und verschwindet wieder. Rund zehn Minuten dürfte er insgesamt zu sehen sein. Trotz zweier parallel ablaufender Handlungsstränge will schlichtweg keine Spannung aufkommen, denn die Einschüchterungen gegenüber Guinevere wiederholen sich nur, während Arthur weiterhin durch den Wald stampft und mal an einer Klippe innehält. Erst in den letzten zehn Minuten geht die Chose zum allgemeinen Schwertkampf über, doch der wird recht unspektakulär vollzogen, zumal die überschaubare Anzahl an Leuten negativ ins Auge fällt.
Folgerichtig passieren die Reisenden auch nie Dörfer, weil das Budget hierfür wahrscheinlich nicht gereicht hätte. Wales ist als Schauplatz definitiv gut gewählt und der Verzicht auf künstliche Beleuchtung ein kluger Schachzug, wodurch der urige Charakter der Sets angemessen unterstrichen wird. Die Wahl der Kostüme ist ohne Makel und auch der Score ist um Vielseitigkeit bemüht, allerdings bleibt kein Thema hängen. Die Besetzung ist bis auf eine Ausnahme durchaus treffend, doch Richard Brake, der Fiesling vom Dienst, geht nicht als gutmütiger Mentor Merlin durch. Deutlich besser sind Jennifer Matter als undurchsichtige Zauberin und Stella Stocker als Guinevere, welche die Balance aus Stolz und Verletzlichkeit glaubhaft transportiert. Auch Joel Phillimore vermag als Antagonist zu überzeugen, für die unpassende Frisur, mit der er sich als Mitglied einer Boyband bewerben könnte, kann er ja nichts.
Bis auf einen Kehlenschnitt fließt selbst während der Kämpfe kaum Blut, die wenigen CGI in Form von Entmaterialisierungen sind okay und auch die Kamera hantiert meist auf angemessener Höhe. Die Geschichte kommt hingegen nur schwer aus dem Quark und entfaltet weder Herzblut noch Leidenschaft, von Magie ganz zu schweigen. Teils merklich bemüht, aber nie wirklich unterhaltsam.
Knapp
4 von 10