Beitrag zum DtV-Actiongenre der niederen Preisklasse durch Regisseur Daniel Zirilli, der aufgrund der Mitwirkung der in eben diesem Milieu durchaus angesehenen Darsteller Johnny Strong und Marko Zaror und vor allem auch ihrer erstmaligen Paarung zusammen bzw. gegeneinander durchaus seine kleinere Aufmerksamkeit in diesem Kreisen auslösen kann.; durch den Regisseur selber aber eher auch nur wenig Hoffnung auf etwas Gescheites auslöst und eher Unbehagen erregt. Zirilli ist schon eine Weile dabei, sich in diesen Untiefen für den überschaubaren Rest der Hartgesottenen unter den Zuschauern 'auszutoben', meist sogar mit 'Stars' wie Lundgren, Seagal, Goss oder Cung Le, aber die Ergebnisse bislang selbst bei geschrumpften Erwartungshaltungen noch ungenügend und dies auch bislang durchgängig zu konstatieren und ohne den Schimmer auf Besserung geschöpft:
Der ehemalige Soldat Cam Devore [ Johnny Strong ] ist nunmehr als Bodyguard für den Milliardär Leor Teska [ Paul Kennedy ] zuständig, allerdings mit diesem gut beisammen und auch mit dessen rechter Hand Trevor Morgan [ Michael Paré ] befreundet. Als Teska, der Geschäfte mit Colonel John Taylor [ Vladimir Kulich ] in Sachen Nano-Technologie betreibt, mit dem eigentlich nach einem Feuergefecht im Sterben befindlichen Soldaten Brook Cortez [ Marko Zaror ] ein 'Versuchsobjekt' erhält, ist auch Devore bei dem Experiment dabei. Und wird nach Cortez' Ausbruch aus dem Black Site Labor beauftragt, diesen trotz erlangter 'Superkräfte' zurückzuholen, wozu er einen alten Kumpan, einen Police Detective [ Krissada Sukosol ] mit ins Boot nimmt. Dass Cortez nun ausgerechnet jetzt eine Schneise der Gewalt durch Bangkok zieht, kommt zeitlich dabei ungünstig, ist der in Scheidung befindliche Devore gerade dabei, wieder Kontakt zu seiner Noch-Frau Michelle [ May Myat Noe ] aufzunehmen.
Zirilli macht das einzig richtige und das beste, was er machen kann, eine furiose Einstiegsszene wenigstens, die überraschend gut gelungen und mit manchen eindrucksvollen Kampfaktionen von Bodyguard Strong gegen eine Reihe Angreifer in einem Nachtclub gespickt ist; ein Einstieg nach Maß quasi, der den Zuschauer auf den falschen oder doch eher auf den richtigen Fuß erwischt und auch noch dann bei Laune hält, als die zweite potenzielle Actionszene (das Eindringen einer militärischen Einheit in einen Dschungelcamp) trotz eines Versprechens darauf nicht nur nicht gelingt, sondern gänzlich am Ausbleiben, da das feindliche Lager (scheinbar) leer und somit nicht erstürmbar ist.
Geklotzt also zu Anfang, Ortswechsel von Stadt zu Land und umgekehrt, eine Villa mit Anwesen, ein Privatjet, Drohnenflüge über das Waldgebiet, selbst die zweite Actionszene kommt dann noch, zwar verzögert, aber Zeit- und Raumkontinuum ist hier nicht so die Stärke und darauf liegt in dem sowieso semi-futuristisch angehauchten Plot sichtlich auch kein Augenmerk. Blut spritzt, Messer werden gezogen, der Dschungel wird gefüllt mit toten Soldaten und vorher den Knattertönen von Schnellfeuerpistole und Maschinengewehr. Frankenstein für die nächste Generation steht hier an, oder ein Update vom Universal Soldier, oder auch das preiswerte Rip-off vom Bloodshot, je nachdem, welche Altersgruppe man fragt und welche Klientel man anspricht. Gestützt wird das Ganze durch einige bekannte Namen und/oder bekannte Gesichter in den Nebenrollen, sowie der Kameraarbeit von Wych Kaosynada, der als Director of Photography seit jeher bessere Arbeit leistet als als Regisseur, und für den Hauch edler Bilder und dem Versuch des Verschleierns finanzieller Nöte geschätzt und diese Fähigkeit hier auch zuträglich ist. Darstellerisch gibt es einige Ausfälle, der stets fluchende Thailand-Cop zum Beispiel, und andere Nasen, die man nicht unbedingt länger als irgend nötig sehen müsste, und statt durchgängig geklotzt wird nach einem wilden Ausbruch aus der Blacksite gegen eine Horde Wachleute gekleckert dann folgend und hinterher.
Vor allem in der großen Mitte passiert nichts bis nicht viel, was dann noch kommt und wirklich interessiert. Strong, der nur bei William Kaufman so richtig zur Geltung kommt und nur dort brilliert, ist hier trotz oder auch wegen der Beteiligung am Drehbuch und sogar verantwortlich für den Score leider auf Dauer kein Mann der Präsenz und Aufmerksamkeit, kein Hauptdarsteller(material), der hier die selbst geschriebene Selbstsuche und -findung seiner Figur überzeugend herüberbringen kann; schlimmer ist noch der Subplot mit dem einjährigen Liebeskummer und der erneuten Anbindung zur Beinahe-Exfrau, die zwar ehrenrührig gemeint ist, aber so wie hier behandelt fehl am Platze und in keinen Actionfilm gehört. Das nebenher laufende Parallelgeschehen mit dem Antagonisten auf Mundraub in der Großstadt und seinen Fressattacken mit Todesopfern hat keinerlei Schauwerte und erinnert bloß daran, dass man hier keine Liebessülze guckt, sondern das Aufeinandertreffen zweier (kleinpreisiger) Actionhelden. Das exotische Flair durch den Drehort und Beteiligung eines ansässigen Filmteams sowie das deutlich schwüle Klima geben so ein wenig Pluspunkte bei, können aber nicht überdecken, dass die Handlung bleiern ist und dünn und hängt; zumal man auch nie in das Zentrum der Großstadt wandert, sondern sich die Nebenstraßen aussucht und die leeren Hinterhoffelder.
Angezogen wird das Tempo, wenn überhaupt dann wieder am Ende, bzw. kurz davor, in der zweiten von drei Konfrontationen zwischen Strong, der immer zum ungünstigsten Augenblick ein Telefonat von seiner halb so alten und doppelt so schönen asiatischen Flamme bekommt und dann trotz des schlechten Timing auch stets an das Telefon geht, und Zaror, der hier als gefräßiger Riese eher verschwendet und mit vielem Handgefuchtel bei allerlei Bauernopfern auch eher benachteiligend in Szene gesetzt wirkt. Kleine Blutwölkchen aus dem Rechner 'veredeln' die wenigen Schusswechsel und mancherlei Momente, allen voran auch die mit Sally Kirkland sind eher Fremdscham und einer effektvollen Dramaturgie ungehörig.