Review

*** Spoilerwarnung ***

Inspiriert von einer wahren Geschichte. In diesem Fall von der eines Gorillas, der im Alter von zwei Jahren aus Zentralafrika in die USA Importiert wurde und nach ein paar Jahren im B&I Circus Store in Tacoma landet. Nach 27 Jahren dort wurde er, auch nach diversen Protesten von Tierschützern, für den Rest seines Lebens im Zoo von Atlanta heimisch. Wie bastelt man daraus einen familientauglichen Film? Nicht verzagen, Disney fragen.

In der Filmversion, die wiederum auf dem Roman "The one and only Ivan" von Katherine Applegate basiert, fristet Ivan als Star eines Zirkus' innerhalb einer Shopping Mall sein Dasein. Der Zirkus läuft mehr schlecht als recht und so schafft Besitzer Mack (Bryan Cranston) ein neues Highlight heran, das Elefantenbaby Ruby. Als auch dieses es nicht schafft, den Laden zu retten, entdeckt Mack an Ivan ein neues Talent, welches dieser jedoch nutzt, um seinen Wunsch nach Freiheit zu formulieren.
Das ist dann auch der Aufhänger, der sich durch die zugegebenermaßen recht seichten 95 Minuten zieht. Der Unterbau taugt dabei durchaus zum Nachdenken, das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit zueinander und wie sich diese Zustände bedingen, wird aber nur sehr kurz thematisiert. Und am Ende, wenn sich Ivan frei wähnt, scheint das doch auch nur ein noch größeres Gehege zu sein. Vielleicht gibt es keine Freiheit ohne Grenzen, nur den eigenen Horizont, diese nicht zu erkennen.

Knuffige Tiercharaktere (CGI), die sich alle untereinander unterhalten können, vermischen sich mit realer Umgebung und menschlichen Darstellern. Die Animationen sind dabei wirklich ansehnlich, wenn auch nicht perfekt. Bryan Cranston und seine humanen Mitstreiter sind da mehr Nebenfiguren und qualitativ eher nicht so gefordert. "Ivan" zielt rein auf ein jüngeres Publikum, was aber kein Vorwurf ist, doch hätte ihm etwas mehr Dramatik durchaus gutgetan.

Zumindest gibt es hier und da mal einen sympathischen Moment. Bei aller technischen Finesse ist „Ivan“ aber inhaltlich eher einfach gestrickt. Das Thema eingesperrter / dressierter Tiere zur Belustigung des Publikums gibt natürlich Gesprächsstoff her, am Ende bleibt es aber bei einem leicht konsumierbaren und konfliktfreiem Film für die jüngere Zielgruppe.

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