Review

Pain From Busan


„Train To Busan“ ist einer der besten Zombiefilme aller Zeiten, hat die 2010er mitgeprägt, Südkorea nochmal mehr Scheinwerferlicht zukommen lassen und war weltweit unter Fans ein Hit. Da lässt eine Fortsetzung (oder zumindest ein Film im selben Universum) nicht allzu lange auf sich warten. Und die Erwartungen waren natürlich hoch an „Peninsula“, in dem vier Jahre nach dem wilden Zombieausbruch die koreanische Halbinsel Sperrgebiet ist und sich die Seuche wohl nur dort ausgebreitet hat. Ein paar Flüchtlinge kehren nun aus Hong Kong mit der großen Kohle im Auge zurück in das scheinbar seelenlose Gebiet und werden (wie zu erwarten) von pfeilschnellen Untoten begrüßt...

Wenn das Original dermaßen launig, emotional und gut ist, wird eine minderwertige und andersartige Fortsetzung oft etwas zu streng bewertet. So meine Erfahrung. Aber „Peninsula“ kann man kaum hart genug rannehmen, da das indirekte „Busan“-Sequel ein wirklich mangelhafter Zombiereisser geworden ist. Verbindungen zu Teil 1 gibt es nur thematisch, die Figuren sind dieses Mal super eintönig und einem schnell egal, der Kitsch (gerade das Ende, ohwei!) nimmt unangenehm die Überhand und die Zombiehorden wirken bei weitem nicht mehr so angsteinflössend wie einst. Alles ist in mauen Greenscreen getaucht, wirkt arg artifiziell und der Humor ist meist einfach nur cringy. Nichts wirkt hier mehr wirklich berührend, bedrohlich oder besonders. Ein grau-blauer Einheitsbrei mit exorbitanten CGI-Anflügen und dem Hang zum billigen Kopieren - denn die besten Szenen hat man gefühlt schon (besser!) in „Land of the Dead“ oder „Doomsday“, in „World War Z“ oder „Mad Max: Fury Road“ gesehen. In den miesesten Momenten wirkt das gar wie ein jetzt schon veraltetes Videospiel oder die „Fast & Furious“-Reihe mit Pixeluntoten. „Peninsula“ ballert viel und laut rum - kriegt aber die wirklich wichtigen Dinge nie ansatzweise auf die Reihe. „Peninsula“ ist ein richtiger Reinfall. Schockierend blasse Kost. Sehr schnell sehr langweilig. 

Fazit: vollkommen lächerlicher bis nerviger Zombieactioner, der zu keiner Zeit an seinen hervorragenden Vorgänger anschließen kann oder will. Mühelos generisch und ätzend. Laut und launisch. Höchstens als Guilty Pleasure zu gebrauchen. Ansonsten eine der klaren Enttäuschungen des ohnehin schon mageren Kinojahres. Zackig und spackig. 

P.S.: Eine famos-trashige deutsche Synchro setzt dem Ganzen die Krone auf. Anstrengend und ärgerlich. Vollkommen drüber. Aber selbst eine Topsynchro hätte hier wohl nichts mehr gerettet... 

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