Bereits zweimal ließ Regisseur Ruben Fleischer mit Zombieland (2009 und 2019) eine unterhaltsame Zombie-Apokalypse steigen, die mit markanten Figuren, einer gesunden Portion Humor und solider Action überzeugen konnte. Regiedebütant Giorgio (was für ein prägnantes Pseudonym) stand augenscheinlich nicht allzu viel Zaster zur Verfügung, was dem Werk in nahezu allen Belangen anzumerken ist.
Corsicana, Texas: Horrorfilmer Sam blieb der Erfolg mit seinen Kurzfilmen bislang verwehrt. Als er mit drei Kumpels einem Aushilfsjob nachgeht, treffen sie auf einen Zombie. Daraufhin wittert Sam die Chance, sein Projekt mit echten Untoten zu realisieren…
„Also sprach Zarathrustra“ von Richard Strauss eröffnet den Reigen, während einige ausgesprochen fettleibige Männer mit nackten Oberkörpern in Zeitlupe erfasst werden, - man möchte dem Titel früh gerecht werden und deutliche Seitenhiebe auf die Fettleibigkeit vieler US-Amerikaner kann es kaum genug geben. Eine kurze Anspielung auf den Waffen-Fetisch gibt es auch, doch das war es bereits mit dem, was eine Zombiesatire unter anderem hätte ausmachen können.
Denn der Rest befindet sich relativ nah am Amateurniveau: Schwache Mimen (vor allem einige Zombies), stumpfsinnige Dialoge und eine Handlung, die erst gar keinen Fluss zulässt, da die ausführlichen Regieanweisungen von Sam dem im Wege stehen. Trotz zahlreicher Komparsen als Zombies finden Gewaltakte allenfalls im Hintergrund statt, bis auf einen doppelten Halsbiss sind keine detaillierten Szenen auszumachen, lediglich CGI-Blut spritzt übers Objektiv.
In Sachen Humor begibt sich die Chose unter dem, was man bereits vom Duo Friedberg/Seltzer ertragen musste, da die meiste Situationskomik sprichwörtlich in die Hose geht. Lustig ist einzig ein T-Shirt-Aufdruck mit Jean-Claude van Damme in einer typischen Pose aus den End-Achtzigern, daneben der Text: Nack Suk Cao als Anspielung auf „Karate Tiger 3“.
Ansonsten wird viel Dosenbier konsumiert und genauso häufig wieder weggebracht, immerhin sorgen zwei Werbeeinblendungen und eine Zeichentrick-Sequenz für minimale Abwechslung, doch selbst zum Finale versagt das Drehbuch, zumal der rote Faden bereits im Mittelteil verloren ging und in Sachen Action eher Kasperltheater stattfindet, einschließlich vieler hysterisch quiekender Frauen und lallender Typen.
Hartgesottene Trashfans, die mit Pups-Humor gewissermaßen warm werden und nichts von garstigen Zombies in ausweglosen Situationen halten, könnten hier ein Auge riskieren, doch im Vergleich zu Fleischers „Zombieland“ sollte man nicht mehr als zusammengeschusterten Humbug ohne sonderliches Konzept erwarten.
3 von 10