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“Good Burger” basiert auf einem gleichnamigen Beitrag zu “All That”, einer seit 1994 von Nickelodeon produzierten Sketch- & Comedy-Show etwa vom Schlage eines “MadTV”. Das ist soweit schon alles, was man wissen muss - herausgekommen ist ein substanzloser Whopper von seichter Unterhaltung, wie man ihm Sonntagnachmittags und an Feiertagen als Füllenlücker immer mal wieder begegnet.

Die Story könnte plumper nicht sein; Dexter Reed (Kenan Thompson, “Fat Albert”) demoliert die nagelneue Pimpkarre seines Lehrers Mr. Wheat (Sinbad, “Versprochen ist versprochen”). Weil er keinen Führerschein und keine Versicherung besitzt, ist Dexter dazu gezwungen, sich über die gerade begonnenen Sommerferien einen Job zu besorgen, um die Reparatur bezahlen zu können. Also fängt er bei der Burgerkette “Mondo-Burger” an, wo er aber von den miesen Geschäftsführern wegen seiner trotteligen Art prompt gefeuert wird. Dexter, gar nicht auf den Kopf gefallen, geht sogleich zur Konkurrenz “Good Burger”, einem leider sehr kleinen Laden, der gegen den übermächtigen “Mondo Burger” nicht den Hauch einer Chance hat - bis die Inhaber eine Burger-Sauce erfinden, die ihnen Massen von Kunden beschert. Das lässt “Mondo Burger” nicht auf sich sitzen - sie setzen alles ein, was sie haben (darunter Carmen Electra), um die ungeliebten Gegenspieler auszuschalten.

Regisseur Brian Robbins setzt voll auf seine beiden Hauptdarsteller Kenan Thompson und dessen besten Filmfreund Kel Mitchell, die beide ihre Rollen bereits in “All That” ausgiebig proben konnten. Eine gewisse Chemie ist dem Zweigespann daher auch nicht abzusprechen, aber dennoch hat es das Buddy-Konzept Filmen wie diesen zu verdanken, als ausgelutscht zu gelten. Leidlich sympathisch, aber immer gleich und für sensible Zuschauer auch irgendwann nervig ist das Zusammenspiel der ungleichen Freunde - der eine ein wenig moppelig und mit vereinzelten Geistesblitzen gesegnet, der andere lang und dünn, naiv und dumm bis zum bitteren Ende, und vor allem irgendwo in der Kindheit hängen geblieben. Letzterer, gespielt von Kel Mitchell, mag dabei noch den ein oder anderen Schmunzler provozieren, aber richtig witzig wird es nie, weil man auch merkt, dass die Figuren nicht für einen Film konzipiert wurden, sondern für kurze Gags.

Das gilt im Übrigen für das gesamte Szenario. “Good Burger” ist die klotzige, grobe Baukastenversion von “Barbershop”, vermag es also in keiner Weise, irgendwie die amerikanische Kultur einer speziellen Nische nachzuzeichnen, sondern vermittelt statt dessen eine lustige Plastikwelt. Sicher, das passt zur Fast Food-Thematik, und das war auch nie anders gedacht, aber letztendlich können dabei nur kleine Kinder wirklich auf ihre Kosten kommen - und auch die werden mit wenig nahrhafter Kost abgespeist.

Schmerzhaft überzeichnet sind auch die Gegenspieler. Die Geschäftsführer der “Mondo Burger”-Kette agieren derart überzogen, dass man schon recht schnell an Überzuckerung leidet. Eingekleidet in trashige Space-Suits und damit der Medienkette “Saturn” meilenweit voraus, könnte man das Geschehen fast als Satire verstehen, jedoch bleibt dafür der Grundton zu seicht.
Sofern der Zuschauer dann noch fähig zur Rezeption ist, bekommt er auch noch ein ätzend unausgearbeitetes Liebes-Freundschafts-Konstrukt zu sehen, Konflikte und Streitigkeiten inbegriffen.

Wen die popkulturellen Elemente des bunten Burger-Szenarios reizen, wer also oft und gerne das grafisch kultige “Day of the Tentacle” gespielt hat und von dessen Optik besessen ist, der wird ebenfalls nur bedingt auf seine Kosten kommen. Vom Langhaltswert der Designs aus der LucasArts-Schmiede ist dieses Ding hier weit entfernt. So wie man den Film gesehen hat, ist er auch schon wieder aus dem Gedächtnis getilgt.

Jedes weitere Wort wäre eigentlich zu viel. Nur so viel noch: Man sollte sich “Good Burger” einfach als Luftblase vorstellen. Die sind aufgeblasen, poppig, glatt, rund, nett anzusehen und hat man in dem Moment vergessen, wo sie zerplatzen. Diese nichtssagende Verfilmung ist so harmlos wie Fahrstuhlmusik und ebenso bedeutungsschwanger. Breiten wir nun ein für allemal einen Mantel des Schweigens über dieses Nichts.

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